Die geplante Übernahme von CECONOMY durch JD.com gerät ins Stocken. Grund ist das laufende Investitionskontrollverfahren in Österreich, dessen Ausgang derzeit ungewiss ist. Während das deutsche Bundeskartellamt sowie andere europäische Märkte wie Italien bereits grünes Licht signalisiert haben, äußern die zuständigen Behörden in Wien weiterhin Bedenken.
Genehmigungen in Europa weit fortgeschritten
CECONOMY, börsennotierte Mutterkonzern von MediaMarkt und Saturn, hatte die Vereinbarung mit dem chinesischen Handelsriesen JD.com bereits im Juli 2025 geschlossen. Ziel ist es, die eigene Position als führende Omnichannel-Plattform für Unterhaltungselektronik in Europa weiter auszubauen.
In mehreren Ländern wurde die Transaktion bereits genehmigt. Sowohl kartellrechtliche Freigaben als auch investitionsrechtliche Zustimmungen liegen unter anderem aus Frankreich und Italien vor. Auch in Deutschland und Spanien wird zeitnah mit einer finalen Entscheidung gerechnet, wie CECONOMY gestern mitteilt.
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Österreich als kritischer Faktor
Anders stellt sich die Situation in Österreich dar. Die dort zuständige Behörde für Investitionskontrolle hat Vorbehalte gegen die Transaktion geäußert. Ob und wann eine Genehmigung erfolgt, ist aktuell offen.
Nach Unternehmensangaben gestaltet sich die Abstimmung schwierig, da die Behörde bislang keine gemeinsame Lösungsfindung unterstützt. Damit wird Österreich zum potenziellen Bremsklotz für den gesamten Deal.
Zusagen zu Datenschutz und Standorten
Um Bedenken auszuräumen, haben CECONOMY und JD.com umfangreiche Zusicherungen abgegeben. Diese betreffen unter anderem den Schutz von Daten, den Erhalt von Arbeitsplätzen sowie die Sicherung bestehender Standorte.
Nach Angaben des Managements gehen die angebotenen Datenschutzstandards deutlich über das hinaus, was im Handel üblich ist, und orientieren sich eher an sensiblen Industrien.
Strategische Bedeutung der Partnerschaft
Für CECONOMY hat die Kooperation hohe strategische Relevanz. JD.com soll als globaler Partner zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Technologie, Logistik und Handel einbringen.
Das Unternehmen betont, dass es sich weiterhin intensiv um eine Lösung bemüht, um auch das österreichische Geschäft in die Transaktion einzubeziehen. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt.
Zeitplan unter Druck
Ursprünglich war geplant, den Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2026 zu vollziehen. Angesichts der offenen Fragen in Österreich ist dieses Ziel jedoch zunehmend unsicher.
Damit bleibt der Ausgang des Verfahrens ein entscheidender Faktor für die weitere strategische Entwicklung von CECONOMY – und für die Umsetzung der Partnerschaft mit JD.com in Europa.


