Trotz eines weiterhin schwierigen Konsumumfelds zeigt sich JD Sports in der wichtigen Q4-Periode (bis 3. Januar) vergleichsweise stabil. Während die organischen Umsätze laut Investorenmitteilung konzernweit um 1,4 Prozent zulegten, gingen die flächenbereinigten Verkäufe (LFL) um 1,8 Prozent zurück – ein Niveau, das bereits im Q3 verzeichnet wurde.
Nordamerika im Aufwind, Europa und UK schwächeln
Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika: Hier legten die organischen Umsätze um 5,3 Prozent zu, der flächenbereinigte Umsatz stieg um 1,5 Prozent. Ohne die Finish-Line-Stores lag das LFL-Wachstum sogar bei 4,1 Prozent. Starke Onlineumsätze und gute Resonanz auf neue Produktlinien, insbesondere im Running- und Retro-Basketballsegment, trugen zum Ergebnis bei.
In Europa und Großbritannien zeigte sich hingegen eine verhaltene Entwicklung. In der EU stiegen die organischen Erlöse nur leicht um 0,9 Prozent, während die LFL-Verkäufe um 3,4 Prozent sanken. Die UK-Region verzeichnete sogar einen Rückgang der organischen Umsätze um 4,8 Prozent und ein LFL-Minus von 5,3 Prozent. Besonders der erste Dezemberhälfte machte JD Sports hier zu schaffen. Zwar verlief das Weihnachtsgeschäft insgesamt solide, konnte aber die vorherigen Einbrüche nicht kompensieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Online bleibt Wachstumstreiber – Fokus auf E-Commerce-Ausbau
Das Onlinegeschäft entwickelte sich über alle Regionen hinweg stabil. In Europa und Großbritannien wurden frühzeitig gezielte Preisaktionen im Onlinekanal umgesetzt, was die Nachfrage stützte. Die Läden selbst verzeichneten trotz rückläufiger Besucherzahlen eine stabile Conversion Rate.
Die Gruppe investiert weiter in den Ausbau ihrer digitalen Plattformen: Nach erfolgreichen Rollouts in den USA und Italien soll 2026 auch in UK und Europa eine neue E-Commerce-Plattform an den Start gehen. Zudem schreitet die Automatisierung des europäischen Zentrallagers in Heerlen zur Belieferung der Stores voran.
Ausblick bleibt verhalten optimistisch
Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet JD Sports einen Gewinn vor Steuern und Sondereffekten im Rahmen der aktuellen Markterwartungen. Die Bruttomarge dürfte leicht – um etwa 50 Basispunkte – unter dem Vorjahr liegen. Mit einem prognostizierten Free Cashflow von rund 400 Millionen Pfund (ca. 466 Mio. Euro) sieht sich das Unternehmen jedoch solide aufgestellt. Auch die Integration des US-Geschäfts schreitet plangemäß voran und trägt zur Kosteneffizienz bei.
Für das kommende Geschäftsjahr FY27 zeigt sich JD Sports angesichts schwacher Konsumstimmung und noch ausbaufähiger Innovationen der Markenpartner (insbesondere im Footwear-Bereich) vorsichtig. Dennoch will das Unternehmen mit Investitionen in Marketing, KI-getriebene Commerce-Technologien und Store-Optimierung Marktanteile gewinnen und weiterhin deutliche Cashflows generieren.


