Die Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im Juli 2026 spürbar aufgehellt. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen legte laut aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer deutlich zu, bleibt jedoch weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt. Vor allem verbesserte Erwartungen treiben die Entwicklung.
Geschäftsklima steigt deutlich durch bessere Erwartungen
Der Geschäftsklimaindex erhöhte sich um 4 Zähler auf -17,3 Saldenpunkte. Haupttreiber dieser Entwicklung sind deutlich gestiegene Geschäftserwartungen sowie leicht verbesserte Lageeinschätzungen. Trotz des kräftigen Anstiegs befindet sich das Niveau weiterhin klar im negativen Bereich.
Die Ergebnisse basieren auf dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer, das monatlich rund 9.500 Unternehmen befragt, darunter etwa 8.000 Mittelständler.
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Aufhellung in allen Branchen, Industrie besonders stark
Die Verbesserung der Stimmung zeigt sich branchenübergreifend. Besonders stark fiel der Anstieg im Verarbeitenden Gewerbe aus, wo das Geschäftsklima um 9,7 Punkte zulegte. Auch im Einzel- und Großhandel kam es zu deutlichen Verbesserungen.
Moderater entwickelte sich die Lage im Baugewerbe sowie im Dienstleistungssektor. Parallel zu den besseren Aussichten stiegen auch die Beschäftigungserwartungen im Mittelstand um 4,1 Punkte auf -7,4.
Großunternehmen zeigen kaum Veränderung
Im Gegensatz zum Mittelstand blieb die Stimmung bei Großunternehmen nahezu unverändert. Der Geschäftsklimaindex sank leicht um 0,1 Punkte. Während sich die Erwartungen verbesserten, verschlechterten sich die aktuellen Lageeinschätzungen. Insgesamt bleibt der Abstand zum Mittelstand gering.
Preiserwartungen gehen weiter zurück
Die Erwartungen an die Absatzpreise sanken im Juli erneut. Im Mittelstand gingen sie um 1,8 Punkte zurück, bei Großunternehmen sogar um 6,6 Punkte. Nach dem dritten Rückgang in Folge liegen die Preiserwartungen damit nicht mehr deutlich über dem Niveau vor dem Iran-Krieg.
Die Entwicklung deutet auf eine nachlassende Preisdynamik hin und könnte perspektivisch entlastend auf die Inflation wirken.
Reformen und KI treiben strukturelle Entwicklung
Die verbesserte Stimmung wird unter anderem auf politische und geopolitische Faktoren zurückgeführt. Das Reformprogramm der Bundesregierung, insbesondere geplante Bürokratieentlastungen, sowie eine temporäre Entspannung im Iran-Konflikt dürften zur Aufhellung beigetragen haben.
Parallel gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mittelstand an Bedeutung. Rund 20 Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Technologien, vor allem einfach anwendbare Lösungen wie Textgenerierung oder Texterkennung. Anspruchsvollere Anwendungen bleiben bislang die Ausnahme.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt das Umfeld fragil. Unsicherheiten im internationalen Handel und mögliche Rückschläge, etwa durch schwächelnde Exporte in die Golfregion, könnten die Konjunktur weiterhin belasten.






