Die deutsche Vegan-Brand KoRo baut seine technologische Ausrichtung weiter aus und setzt verstärkt auf Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. Mit der Übernahme der Intellectual Property des Berliner Start-ups Seedtrace sichert sich das Unternehmen zentrale Technologien, um Herkunft, Verarbeitung und Zahlungsströme künftig detaillierter abzubilden. Die Akquisition ist Teil einer langfristigen Strategie, digitale Innovationen gezielt zur Differenzierung im Wettbewerb einzusetzen.
Technologie für transparente Lieferketten
Im Mittelpunkt der Übernahme steht eine spezialisierte Softwarelösung, die komplexe Lieferketten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie abbilden kann. KoRo plant, diese Technologie schrittweise in seine bestehenden Systeme zu integrieren. Zunächst sollen ausgewählte Lieferketten statisch dargestellt werden. Über QR-Codes auf Verpackungen oder im Onlineshop erhalten Kundinnen und Kunden Zugriff auf Informationen zu Herkunfts- und Verarbeitungsschritten einzelner Produkte. Perspektivisch soll die Plattform deutlich umfassendere Einblicke in alle Stationen der Wertschöpfung ermöglichen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Strategischer Wettbewerbsvorteil durch Offenheit
Für KoRo ist die Integration der Seedtrace-Technologie ein zentraler Baustein, um Transparenz als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Verbraucher legen zunehmend Wert auf nachvollziehbare Produktionsbedingungen und nachhaltige Lieferketten. Die Software erlaubt es Produzierenden, relevante Dokumente, Zertifikate und Daten eigenständig zu hinterlegen und zu verwalten. Gleichzeitig können Zahlungsströme an Erzeuger mithilfe blockchainbasierter Verfahren dokumentiert und überprüfbar gemacht werden. Dadurch entsteht eine belastbare Datengrundlage, die sowohl Unternehmen als auch Konsumenten mehr Orientierung bietet.
Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen
Die Akquisition erfolgt vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen in der Lebensmittelbranche. Europäische Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und strengere Sorgfaltspflichten erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Lieferketten umfassend zu dokumentieren. Digitale Lösungen gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung, da sie sowohl Transparenz schaffen als auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erleichtern. KoRo positioniert sich damit frühzeitig für kommende regulatorische Entwicklungen.
Perspektive einer offenen Branchenlösung
Langfristig denkt KoRo über den eigenen Einsatz hinaus. Die Technologie könnte perspektivisch zu einer offenen Plattform weiterentwickelt werden, die auch anderen Unternehmen der Lebensmittelindustrie zur Verfügung steht. Ein möglicher Open-Source-Ansatz würde die Verbreitung der Lösung beschleunigen und die Grundlage für branchenweite Standards schaffen. Damit könnte die Transparenz entlang globaler Lieferketten insgesamt verbessert werden.


