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Lidl testet autonomen E-Lkw im regulären Filialverkehr

Fahrerloser LKW von Einride fuer Lidl
Foto: Lidl

Key takeaways

➟ Mit einem fahrerlosen E-Lkw startet Lidl in Hessen einen neuen Logistiktest. Das Fahrzeug von Einride beliefert autonom eine Filiale und könnte zum Vorbild für weitere feste Lieferstrecken werden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Lebensmittel-Discounter Lidl setzt in Hessen erstmals einen kabinenlosen, batterieelektrischen Lkw mit autonomer Fahrfunktion für die reguläre Filialbelieferung auf öffentlichen Straßen ein. Das Fahrzeug wird gemeinsam mit dem schwedischen Technologieunternehmen Einride betrieben und verbindet das Warenverteilzentrum in Edermünde bei Kassel mit einer nahegelegenen Lidl-Filiale.

Der E-Lkw fährt nach Unternehmensangaben auf SAE-Level 4 und verfügt über eine Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes. Ein Fahrer oder Sicherheitsoperator befindet sich während des autonomen Betriebs nicht an Bord.

Bis zu drei Fahrten pro Tag

Das eingesetzte Solofahrzeug bietet Platz für 15 Europaletten und soll bis zu drei Touren täglich übernehmen. Auf der ausgewählten Strecke transportiert es Trockensortiment aus dem Verteilzentrum zur Filiale.

Die zunächst auf vier Monate angelegte Testphase umfasst nach Angaben von Lidl mehr als 3.000 Paletten. Der begrenzte Punkt-zu-Punkt-Verkehr eignet sich besonders für autonome Systeme, weil Route, Lieferfenster und Betriebsabläufe klar definiert sind.

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Lidl prüft skalierbares Logistikmodell

Für Lidl ist der Test mehr als ein einzelnes Technologieprojekt. Der Händler betreibt in Deutschland 39 Verwaltungs- und Warenverteilzentren sowie mehr als 3.250 Filialen und verfügt damit über zahlreiche wiederkehrende Lieferrelationen.

Nach erfolgreicher Validierung der ersten Strecke soll an einem weiteren Standort ein sogenanntes Milkrun-Modell erprobt werden. Dabei würde ein autonomes Fahrzeug mehrere Stationen auf einer festen Tour bedienen.

Fachkräftemangel erhöht Automatisierungsdruck

Autonome Nutzfahrzeuge gelten vor allem auf standardisierten Routen als mögliche Ergänzung bestehender Transportmodelle. Lidl verweist neben komplexer werdenden Lieferketten auch auf den Mangel an Berufskraftfahrern als wichtigen Hintergrund des Projekts.

Eine kurzfristige flächendeckende Automatisierung ist damit nicht verbunden. Besonders für wechselnde oder komplexe Zustellrouten bleiben die technischen und betrieblichen Anforderungen deutlich höher als bei planbaren Shuttleverkehren.

Einride will kommerzielle Nutzung ausbauen

Einride entwickelt elektrische und autonome Frachtlösungen sowie Software zur Steuerung von Transportflotten. Die speziell für den autonomen Betrieb konzipierten Fahrzeuge verzichten auf eine klassische Fahrerkabine.

Für das Unternehmen ist der Einsatz bei Lidl zugleich ein Referenzprojekt. Bewährt sich die Technik in einem eng getakteten Handelsnetzwerk, könnte dies die Grundlage für weitere kommerzielle Anwendungen schaffen.

Schwarz Gruppe bündelt Kompetenzen

Initiiert wurde das Projekt nach Angaben der Unternehmen von Schwarz Corporate Solutions und Schwarz Digits. Die Schwarz Gruppe nutzt den Pilotbetrieb damit als gruppenweites Technologieprojekt und kann Erfahrungen aus dem Einsatz perspektivisch auf weitere Logistikprozesse übertragen.

Entscheidend für eine spätere Skalierung werden neben der technischen Zuverlässigkeit vor allem Kosten, Verfügbarkeit, Energieverbrauch, Wartung und Genehmigungsverfahren sein. Der Test in Edermünde soll zeigen, ob autonome Transporte unter realen Handelsbedingungen dauerhaft in bestehende Lieferketten integriert werden können.

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