Die mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland stehen vor einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Nach Jahren dynamischen Wachstums verzeichnet die Branche erneut nur geringe Zuwächse. Die aktuelle Lünendonk-Liste 2026 zeigt, dass sich die strukturelle Konjunkturschwäche zunehmend auf die Entwicklung der IT-Dienstleister auswirkt.
Wachstum deutlich abgeschwächt
Die 25 führenden mittelständischen IT-Beratungen konnten ihre Umsätze im Jahr 2025 nur noch leicht steigern. Damit setzt sich der Trend einer spürbaren Abschwächung fort, nachdem die Branche zuvor über Jahre hinweg zweistellige Wachstumsraten erzielt hatte. Vor allem die schwache Nachfrage im deutschen Markt belastet die Entwicklung. Impulse kommen zunehmend aus dem Auslandsgeschäft, während wichtige Kundensegmente wie die Automobilindustrie und die öffentliche Verwaltung an Bedeutung verlieren.
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Abhängigkeit von Großkunden wird zum Risiko
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt die starke Fokussierung auf große Unternehmenskunden. Ein erheblicher Teil der Umsätze stammt von Konzernen, die in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld ihre IT-Investitionen zurückfahren. Diese Abhängigkeit verstärkt die Anfälligkeit der mittelständischen Anbieter gegenüber konjunkturellen Schwankungen und zwingt viele Unternehmen dazu, ihre Marktstrategien neu auszurichten.
Strategische Neuausrichtung und Konsolidierung
Die schwierige Marktlage führt bei zahlreichen IT-Dienstleistern zu Anpassungen im Portfolio. Einige Anbieter trennen sich von wenig profitablen Geschäftsbereichen oder reagieren mit strukturellen Veränderungen auf veränderte Kundenanforderungen. Gleichzeitig gelingt es einzelnen Unternehmen, durch Zukäufe oder Spezialisierung weiterhin überdurchschnittlich zu wachsen. Dennoch mussten mehrere Anbieter deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen, was die heterogene Entwicklung innerhalb der Branche unterstreicht.
Gedämpfte Erwartungen für 2026
Für das laufende Jahr rechnen die IT-Beratungen zwar wieder mit einem stärkeren Wachstum, doch die Prognosen wurden im Vergleich zu früheren Einschätzungen nach unten korrigiert. Angesichts eines schwachen Investitionsklimas stehen Unternehmen vor der Herausforderung, neue Märkte zu erschließen und ihre Leistungsangebote stärker an Themen wie Künstliche Intelligenz und digitale Transformation anzupassen. Entscheidend wird sein, flexibel auf veränderte Nachfragebedingungen zu reagieren und gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.


