Der italienische Luxusmodehändler LuisaViaRoma, der im August 2025 einen „Insolvenzschutz“ in Italien beantragen musste, steht vor einer möglichen Neuaufstellung. Eine neu gegründete Investorengesellschaft hat in Florenz ihren Industrie- und Businessplan für die Übernahme des kriselnden Unternehmens vorgestellt. Das Konzept soll nun im Rahmen eines gerichtlichen Restrukturierungsverfahrens offiziell eingereicht werden. Dies berichtet die Regionalzeitung Toscana Notizie.
Im Mittelpunkt des Plans stehen der Erhalt der Beschäftigung, die Sicherung zentraler Unternehmensbereiche sowie eine strategische Neuausrichtung bis 2030.
Investor sichert Arbeitsplätze und Standorte zu
Nach Angaben der Beteiligten sieht der Übernahmeplan die vollständige Übernahme der rund 200 Beschäftigten in eine neue Gesellschaft („Newco“) vor. Diese Zusage galt als zentrale Voraussetzung für die Unterstützung durch die Region Toskana und die Gewerkschaften.
Darüber hinaus sollen sämtliche stationären Geschäfte sowie die bestehende Lager- und E-Commerce-Logistik erhalten bleiben. Besonders die Logistik gilt als wichtiger Bestandteil des internationalen Geschäftsmodells von LuisaViaRoma.
Die Präsentation des Businessplans erfolgte im Rahmen eines institutionellen Runden Tisches mit Vertretern der Region Toskana, Gewerkschaften und dem gerichtlich bestellten Kommissar.
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Gericht entscheidet über Übernahmeangebot
Das Übernahmeangebot soll am 22. Mai im Rahmen eines vereinfachten Liquidationsvergleichs offiziell beim zuständigen Gericht eingereicht werden. Anschließend beginnt die juristische Prüfung der Offerte.
Ein weiteres Treffen mit den Gewerkschaften ist für den 26. Mai vorgesehen. Dort sollen Details zum Übergang der Beschäftigten in die neue Gesellschaft geklärt werden.
Mit dem Verfahren soll die Grundlage für einen operativen Neustart des Unternehmens geschaffen werden.
Strategische Neuausrichtung bis 2030 geplant
Der vorgestellte Plan umfasst den Zeitraum von 2026 bis 2030 und deutet auf eine umfassendere strategische Neuausrichtung hin. Details zu Investitionen, Sortiment oder Internationalisierung wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der neue Investor vor allem die Profitabilität des digitalen Geschäfts stärken und die Positionierung der Marke im internationalen Luxusmarkt schärfen will.
Der Wettbewerb im Online-Luxussegment hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Plattformen wie Farfetch oder Mytheresa erhöhen den Druck auf etablierte Multi-Brand-Händler.
Traditionsunternehmen unter wirtschaftlichem Druck
LuisaViaRoma entwickelte sich von einer Boutique in Florenz zu einem international bekannten Luxusretailer mit starkem Online-Fokus. Das Unternehmen vertreibt weltweit Designermode, Accessoires und Beauty-Produkte.
Zuletzt geriet das Geschäftsmodell jedoch zunehmend unter Druck. Neben schwächerem Konsum belasteten steigende Kosten, intensiver Wettbewerb und strukturelle Veränderungen im Luxusmarkt die Entwicklung des Unternehmens.
Mit dem Einstieg eines neuen Investors verbindet sich nun die Hoffnung auf eine Stabilisierung und langfristige Zukunftssicherung der Marke.




