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Lululemon senkt Jahresprognose nach Umsatzrückgang

Sportlerin in Lululemon
Foto: Lululemon

Key takeaways

➟ Vor allem das schwache Geschäft auf dem amerikanischen Markt setzt dem Sportbekleidungsanbieter zu. Eine hohe Zollerstattung verbessert die ausgewiesenen Margen, kann die rückläufigen Verkäufe jedoch nicht überdecken.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Lululemon hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzrückgang verzeichnet und seine Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Die Erlöse des Sportbekleidungsanbieters sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt betrug das Minus fünf Prozent.

Deutlich schwächer entwickelten sich die vergleichbaren Verkäufe, die konzernweit um neun Prozent zurückgingen. Auf Basis konstanter Wechselkurse erreichte der Rückgang zehn Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie sank zugleich von 3,10 auf 2,92 US-Dollar, obwohl eine hohe Zollerstattung das Ergebnis im Berichtsquartal erheblich stützte.

Amerika-Geschäft bleibt die größte Belastung

Die Entwicklung in der Region Amerika fiel besonders schwach aus. Der Umsatz verringerte sich dort um acht Prozent, während die vergleichbaren Verkäufe zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Damit bleibt der für Lululemon zentrale Markt ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Konzernentwicklung.

Das internationale Geschäft entwickelte sich besser und erzielte ein Umsatzplus von vier Prozent. Währungsbereinigt entsprach dies einem Wachstum von zwei Prozent. Allerdings gingen auch außerhalb Amerikas die vergleichbaren Verkäufe um drei Prozent zurück; auf Basis konstanter Wechselkurse lag das Minus bei sechs Prozent.

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Zollerstattungen verbessern die ausgewiesenen Margen

Der Bruttogewinn sank lediglich um ein Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig erhöhte sich die Bruttomarge um zwei Prozentpunkte auf 60,5 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten Zollerstattungen in Höhe von 134,5 Millionen US-Dollar, die allein einen positiven Margeneffekt von 5,6 Prozentpunkten hatten.

Hinzu kamen 4,1 Millionen US-Dollar an zugehörigen Zinserträgen. Nach Steuern verbesserten die Erstattungen und Zinsen den verwässerten Gewinn je Aktie um 0,86 US-Dollar. Ohne diesen Sondereffekt wäre die Ergebnisentwicklung entsprechend deutlich schwächer ausgefallen.

Das operative Ergebnis reduzierte sich dennoch um 13 Prozent auf 453,7 Millionen US-Dollar. Die operative Marge sank um 1,9 Prozentpunkte auf 18,8 Prozent, wobei auch hier die Zollerstattungen einen positiven Effekt von 5,6 Prozentpunkten beisteuerten.

Lagerbestände sinken und Filialnetz wächst weiter

Zum Ende des Quartals verfügte Lululemon über liquide Mittel von 1,4 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich standen dem Unternehmen 593,7 Millionen US-Dollar aus einer zugesagten revolvierenden Kreditlinie zur Verfügung. Die Lagerbestände lagen mit 1,7 Milliarden US-Dollar wertmäßig ein Prozent unter dem Vorjahresniveau und gingen auf Stückbasis um sieben Prozent zurück.

Trotz der schwächeren Umsatzentwicklung setzte der Konzern die Expansion seines stationären Netzes fort. Im zweiten Quartal kamen unter dem Strich neun selbst betriebene Geschäfte hinzu, womit Lululemon den Berichtszeitraum mit insgesamt 825 Standorten abschloss. Gleichzeitig kaufte das Unternehmen 2,7 Millionen eigene Aktien für 330 Millionen US-Dollar zurück.

Management setzt auf Produkte und stärkeres Marketing

Als Reaktion auf die schwierige Geschäftsentwicklung will Lululemon sein Produktangebot stärken, die Marketinginvestitionen erhöhen und gleichzeitig die Kosten kontrollieren. Die derzeitige Interim-Co-CEO und Finanzchefin Meghan Frank bezeichnete die angepasste Jahresprognose als Ausdruck eines vorsichtigen Vorgehens angesichts des herausfordernden Umfelds.

Zugleich steht ein Führungswechsel unmittelbar bevor. Die neue CEO Heidi O’Neill soll ihre Aufgabe im September übernehmen. Das Unternehmen verbindet den Wechsel an der Spitze mit dem Ziel, die operative Entwicklung zu stabilisieren und wieder nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

Jahresumsatz soll um bis zu sieben Prozent sinken

Für das dritte Quartal erwartet Lululemon Erlöse zwischen 2,29 und 2,32 Milliarden US-Dollar. Damit würde der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn bis elf Prozent zurückgehen. Beim verwässerten Gewinn je Aktie prognostiziert das Unternehmen eine Spanne von 0,93 bis 0,98 US-Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet Lululemon nun mit 10,35 bis 10,50 Milliarden US-Dollar Umsatz. Dies entspricht einem Rückgang von fünf bis sieben Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie soll zwischen 9,48 und 9,73 US-Dollar liegen. Darin ist der bereits im zweiten Quartal verbuchte positive Effekt von 0,86 US-Dollar aus den Zollerstattungen und zugehörigen Zinserträgen enthalten; weitere mögliche Erstattungen berücksichtigt die Prognose nicht.

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