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Geheime Vereinbarung rückt LVMHs Hermès-Einstieg erneut ins Zentrum

Fenster eines Hermes Stores in London
Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Eine Reuters-Recherche legt eine bislang unbekannte Vereinbarung von 2002 zwischen LVMH und dem Vermögensverwalter eines Hermès-Erben offen. Der Vertrag verschärft Fragen über den damaligen Aufbau der Hermès-Beteiligung.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Neue Gerichtsunterlagen bringen Bewegung in den langjährigen Streit um den früheren Einstieg von LVMH bei Hermès. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur Reuters unterzeichnete der Luxuskonzern 2002 eine vertrauliche Vereinbarung, die den Kauf von Hermès-Aktien des Erben Nicolas Puech und weiterer Familienmitglieder vorsah. Vertragspartner auf Puechs Seite war dessen damaliger Vermögensverwalter Éric Freymond.

Die Enthüllung ist brisant, weil LVMH in einem französischen Gerichtsverfahren noch im Juni erklärt hatte, nie den Erwerb von Puechs Beteiligung angestrebt zu haben. LVMH hält zugleich daran fest, dass die Vereinbarung von 2002 nie umgesetzt worden sei.

Vereinbarung sah Kauf von Millionen Hermès-Aktien vor

Den von Reuters ausgewerteten Dokumenten zufolge wurde die Vereinbarung im November 2002 zwischen Freymond und dem damaligen LVMH-Manager Pierre Godé unterzeichnet. Vorgesehen war der Erwerb von Millionen Hermès-Aktien von Puech und weiteren Erben.

LVMH erklärte bereits in einem Schweizer Verfahren von 2017, der Vertrag sei später auf Eis gelegt worden. Das Unternehmen habe nicht bestätigen können, dass Freymond tatsächlich bevollmächtigt gewesen sei, Puechs Aktien zu verkaufen.

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Zahlungen an Vermögensverwalter werden bekannt

Reuters berichtet zudem, dass LVMH und eine Holding der Familie von Konzernchef Bernard Arnault zwischen 2001 und 2009 mindestens 20 Millionen Dollar an Freymonds Vermögensverwaltung gezahlt hätten. Freymond half LVMH demnach beim verdeckten Aufbau einer Beteiligung an Hermès.

LVMH hatte bis 2010 zunächst unbemerkt eine Beteiligung aufgebaut und anschließend öffentlich einen Anteil von 17 Prozent gemeldet. Später stieg dieser zeitweise auf rund 23 Prozent, bevor der Konzern seine Hermès-Beteiligung nach einer Einigung 2014 wieder abgab.

Puech vermisst Milliardenvermögen

Nicolas Puech gibt an, erst 2022 festgestellt zu haben, dass seine frühere Beteiligung von rund sechs Prozent an Hermès nicht mehr vorhanden war. Zu heutigen Kursen hätte dieses Paket laut Reuters einen Wert von etwa zehn Milliarden Dollar.

Puech fordert in einem französischen Verfahren Schadensersatz von 14 Milliarden Euro gegen diejenigen, denen eine Verantwortung für den Verlust seines Vermögens nachgewiesen werden könnte. Zu den genannten Beklagten zählen auch LVMH und Bernard Arnault. LVMH bestreitet eine Beteiligung an einer widerrechtlichen Übertragung.

Ermittlungen laufen weiter

Parallel untersuchen französische Ermittler, wie Puechs Aktien möglicherweise übertragen wurden. Im Fokus steht unter anderem der Schweizer Anwalt Alexandre Montavon, der LVMH bei der Vereinbarung von 2002 beraten hatte. Gegen ihn wurden bislang keine strafrechtlichen Anklagen erhoben.

Freymond starb 2025 in der Schweiz. Vor seinem Tod hatte er Fehlverhalten bestritten. Was genau mit Puechs Aktien geschah und ob sie Teil des von LVMH aufgebauten Hermès-Pakets wurden, ist weiterhin ungeklärt.

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