Mit Mammut wechselt eine der bekanntesten europäischen Outdoor-Marken erneut den Eigentümer. Nach Informationen der beteiligten Unternehmen übernimmt die chinesische Beteiligungsgesellschaft CPE die Schweizer Mammut Sports Group. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht. Der Abschluss steht – wie bei internationalen Unternehmensübernahmen üblich – noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigungen.
Weitere Station in bewegter Eigentümergeschichte
Für Mammut markiert der Eigentümerwechsel ein weiteres Kapitel in einer wechselvollen Unternehmensgeschichte. Erst 2021 war die Marke vom Schweizer Industriekonzern Conzzeta an den britischen Finanzinvestor Telemos Capital verkauft worden. Später ging Mammut in das Portfolio von Jacobs Capital über. Nun folgt mit CPE erstmals ein chinesischer Eigentümer.
Die neue Eigentümerstruktur dürfte vor allem die internationale Expansion beschleunigen. Während Mammut in Europa und Nordamerika bereits zu den etablierten Premium-Anbietern für Bergsportausrüstung zählt, sehen Branchenexperten insbesondere in Asien erhebliches Wachstumspotenzial.
Der Outdoor-Markt entwickelt sich dort seit Jahren dynamisch. Mit steigenden Einkommen, wachsendem Gesundheitsbewusstsein und einer zunehmenden Begeisterung für Outdoor-Aktivitäten wächst die Nachfrage nach hochwertiger Funktionsbekleidung und technischer Ausrüstung kontinuierlich. Gerade in China haben sich Wandern, Trekking, Trailrunning sowie Wintersport in den vergangenen Jahren zu bedeutenden Freizeitsegmenten entwickelt.
Für CPE eröffnet Mammut damit die Möglichkeit, eine international etablierte Premiummarke deutlich stärker im chinesischen Heimatmarkt sowie in weiteren asiatischen Ländern zu positionieren. Gleichzeitig profitiert Mammut von den lokalen Marktkenntnissen, dem Handelsnetzwerk und den Investitionsmöglichkeiten eines Investors mit tiefen Wurzeln im asiatischen Konsumgütermarkt.
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Traditionsmarke mit globaler Präsenz
Mammut blickt auf eine mehr als 160-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Gegründet wurde das Unternehmen 1862 in der Schweiz zunächst als Seilerei. Aus dem Hersteller von Kletter- und Bergseilen entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte eine international bekannte Outdoor-Marke.
Heute umfasst das Sortiment technische Bekleidung, Bergschuhe, Rucksäcke, Schlafsäcke sowie Sicherheitsausrüstung für Alpinisten, Skitourengeher und Kletterer. Besonders bei Lawinen-Sicherheitsausrüstung genießt Mammut weltweit einen hervorragenden Ruf.
Die Marke positioniert sich im Premiumsegment und konkurriert unter anderem mit Arc’teryx, Patagonia, The North Face, Mountain Equipment, Rab sowie Ortovox. Neben Produktqualität setzt Mammut seit Jahren verstärkt auf Nachhaltigkeit, langlebige Materialien und transparente Lieferketten.
Das Unternehmen ist weltweit in zahlreichen Märkten aktiv und vertreibt seine Produkte sowohl über den Fachhandel als auch über eigene Stores und den Onlinehandel.
Investor mit internationaler Wachstumsstrategie
CPE zählt zu den größten Private-Equity-Investoren Chinas. Das Unternehmen – häufig unter dem früheren Namen CITIC Private Equity bekannt – verwaltet Beteiligungen in Milliardenhöhe und investiert schwerpunktmäßig in Konsumgüter, Gesundheitswesen, Technologie sowie Industrieunternehmen.
In den vergangenen Jahren hat CPE seine internationale Investmentstrategie deutlich ausgebaut. Ziel ist es, hochwertige Marken mit internationaler Strahlkraft zu erwerben und deren Wachstum insbesondere in Asien zu beschleunigen. Der Fokus liegt dabei weniger auf kurzfristigen Finanzinvestitionen als auf dem langfristigen Ausbau von Marktpositionen und Vertrieb.
Mit Mammut erhält CPE nun Zugang zu einer etablierten europäischen Premiummarke mit hoher Bekanntheit im Bergsportsegment. Für den Investor passt die Übernahme in eine Strategie, westliche Qualitätsmarken mit wachsender Nachfrage im asiatischen Konsumentenmarkt zu verbinden.
Outdoor-Branche bleibt für Investoren attraktiv
Die Übernahme reiht sich in eine Serie internationaler Transaktionen im Outdoor- und Sportartikelmarkt ein. In den vergangenen Jahren wechselten mehrere traditionsreiche europäische Marken den Eigentümer. Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage nach funktioneller Sport- und Outdoorbekleidung sowie die vergleichsweise stabilen Margen im Premiumsegment.
Zugleich verändert sich die Branche strukturell. Digitale Vertriebskanäle gewinnen weiter an Bedeutung, während Nachhaltigkeit, Reparaturservices und langlebige Produkte zunehmend zu wichtigen Kaufargumenten werden. Für finanzstarke Investoren bieten etablierte Marken daher attraktive Wachstumschancen.
Kontinuität für Marke und Management erwartet
Bislang gibt es keine Hinweise auf größere operative Veränderungen. Weder wurden Veränderungen beim Management angekündigt noch Pläne für eine Verlagerung des Unternehmenssitzes bekanntgegeben. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Mammut seine Schweizer Identität als Qualitäts- und Herkunftsmerkmal beibehalten wird.
Für Kunden dürfte sich kurzfristig wenig ändern. Strategisch dürfte jedoch insbesondere der Ausbau der Marktpräsenz in China und weiteren asiatischen Ländern deutlich an Dynamik gewinnen.






