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KI-Boom: Nvidia verdoppelt Quartalsumsatz auf fast 100 Milliarden Dollar

Grosses NVIDIA Logo vor einem Campus
Foto: NVIDIA

Key takeaways

Nvidia steigert den Quartalsumsatz um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden Dollar. Allein das Data-Center-Geschäft erreicht 89 Milliarden Dollar. Für das kommende Quartal erwartet der KI-Chiphersteller erstmals Erlöse oberhalb der Marke von 100 Milliarden Dollar.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Nvidia setzt seinen Wachstumskurs mit außergewöhnlichem Tempo fort. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte der US-Chiphersteller den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal entspricht das einem Plus von 18 Prozent. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Rechenzentren und KI-Infrastruktur.

Rechenzentrumsgeschäft wächst um 117 Prozent

Der Data-Center-Umsatz erreichte 89,0 Milliarden Dollar und lag damit 117 Prozent über dem Vorjahreswert sowie 18 Prozent über dem vorherigen Quartal. Damit stammen inzwischen mehr als 90 Prozent der Konzernerlöse aus diesem Bereich.

CEO Jensen Huang sieht die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur weiter am Anfang einer langfristigen Entwicklung. Neben großen KI-Laboren sorgten neue Anbieter, Open-Model-Ökosysteme und Anwendungen rund um sogenannte Physical AI für zusätzliche Nachfrage.

Eine Schlüsselrolle soll dabei die neue Vera-Rubin-Plattform spielen. Nvidia zufolge läuft die Produktion inzwischen auf Hochtouren. Erste Systeme werden bei Partnern wie CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius eingesetzt.

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Gewinn steigt stärker als der Umsatz

Auch die Profitabilität legte kräftig zu. Der operative Gewinn nach GAAP erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 124 Prozent auf 63,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sprang um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie erreichte 2,46 Dollar nach 1,08 Dollar im Vorjahresquartal.

Die Bruttomarge lag bei 75,0 Prozent und damit 2,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig erhöhten sich die operativen Kosten um 55 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar.

Nvidia nutzt seine hohen Mittelzuflüsse auch für Ausschüttungen. Im zweiten Quartal flossen über Aktienrückkäufe und Dividenden rund 26 Milliarden Dollar an die Anteilseigner. Ende des Quartals standen noch etwa 99 Milliarden Dollar aus dem genehmigten Aktienrückkaufprogramm zur Verfügung.

Nvidia erwartet erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar Quartalsumsatz

Für das dritte Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von rund 108 Milliarden Dollar in Aussicht, wobei eine Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten einkalkuliert ist. In der Prognose sind ausdrücklich keine Umsätze mit Data-Center-Rechenleistung in China berücksichtigt.

Die Bruttomarge soll bei rund 74 Prozent liegen. Bei den operativen Aufwendungen rechnet Nvidia nach GAAP mit etwa 9,2 Milliarden Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern eine Steuerquote zwischen 16 und 18 Prozent. Sollte Nvidia seine Prognose erreichen, würde der Quartalsumsatz erstmals die Schwelle von 100 Milliarden Dollar überschreiten.

Vera Rubin soll nächste Wachstumsphase antreiben

Parallel zum Umsatzwachstum baut Nvidia sein Angebot rund um KI-Rechenzentren massiv aus. Neben Vera Rubin gehören dazu die Netzwerkplattform Spectrum-6, der für KI-Agenten entwickelte Vera-Prozessor sowie der Inferenzbeschleuniger Groq 3 LPX.

Mit der DSX-Plattform will Nvidia zudem Unternehmen beim Aufbau kompletter sogenannter AI Factories unterstützen. Gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR sollen Finanzierungsplattformen entstehen, die langfristig mehr als 500 Milliarden Dollar an externem Kapital für KI-Infrastruktur mobilisieren könnten. Voraussetzung dafür sind noch endgültige Vereinbarungen.

Auch international treibt Nvidia den Aufbau von KI-Infrastruktur voran. In Korea arbeitet der Konzern unter anderem mit SK Telecom und NAVER zusammen. In Japan beteiligt sich Nvidia gemeinsam mit Regierung und Industriepartnern am Aufbau einer nationalen KI-Infrastruktur. In Europa befinden sich nach Unternehmensangaben 35 neue KI-Hochleistungsrechner auf Nvidia-Basis in Entwicklung.

Edge Computing wächst deutlich langsamer

Abseits der Rechenzentren wächst Nvidia ebenfalls, allerdings mit wesentlich geringerem Tempo. Der Umsatz im Bereich Edge Computing stieg gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar und gegenüber dem Vorquartal um 13 Prozent.

Zu den neuen Initiativen gehören RTX Spark und die DGX Station für Windows sowie weitere Angebote für lokal ausgeführte KI. Gleichzeitig baut Nvidia sein Geschäft mit Robotik und autonomen Fahrzeugen aus. Dazu zählen die DRIVE-Hyperion-Plattform, das offene Modell Alpamayo 2 Super für autonomes Fahren, Cosmos 3 für Physical AI sowie eine Referenzplattform für humanoide Roboter.

Die Quartalszahlen unterstreichen damit erneut, wie stark Nvidia vom globalen Ausbau der KI-Infrastruktur profitiert. Mit 89 Milliarden Dollar Data-Center-Umsatz ist der Konzern inzwischen weit stärker ein Anbieter grundlegender KI-Infrastruktur als ein klassischer Grafikchip-Hersteller.

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