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Insolvenzverfahren eröffnet: Erhoffte Sanierung von Parfümerie Pieper startet

Eingang von Parfuemerie Pieper Oldenburg
Foto: Parfümerie Pieper

Key takeaways

Die Stadt-Parfümerie Pieper hat planmäßig das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Trotz wirtschaftlicher Probleme bleiben alle Filialen und der Online-Shop geöffnet. Ziel ist eine umfassende Restrukturierung unter eigener Leitung. Die Sanierung soll das Unternehmen zukunftsfähig machen und Arbeitsplätze sichern.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Stadt-Parfümerie Pieper GmbH hat zum 1. Februar 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Der Schritt war bereits seit November 2025 vorbereitet und zielt auf eine nachhaltige Restrukturierung ab. Trotz der finanziellen Lage bleiben sämtliche Filialen und der Online-Shop in vollem Umfang geöffnet.

Geschäftsführer Oliver Pieper erklärt in der Pressemitteilung: „Die planmäßige Eröffnung des Verfahrens bestätigt den
bislang eingeschlagenen Weg. Besonders danken wir unseren Kundinnen und Kunden für Ihre
Unterstützung und Treue in den vergangenen Wochen. Diese Unterstützung ist für uns von großer
Bedeutung – gerade auch mit Blick auf das bevorstehende Valentinstaggeschäft.“

Tradition und regionale Stärke

Das Familienunternehmen wurde 1931 in Bochum gegründet und ist heute mit über 120 Filialen vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg vertreten. Neben einem umfangreichen Sortiment an Parfums, Kosmetik und Pflegeprodukten betreibt Pieper einen etablierten Online-Shop. Die Leitung liegt in vierter Generation bei Dr. Oliver Pieper.

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Sanierungsstrategie in Eigenverwaltung

Pieper nutzt das rechtliche Instrument der Eigenverwaltung, um unter eigener Führung Restrukturierungsmaßnahmen umzusetzen. Die operative Leitung bleibt beim bisherigen Management, während eine gerichtlich bestellte Sachwalterin, Rechtsanwältin Sarah Wolf, die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorgaben überwacht. Unterstützt wird Pieper zusätzlich von Sanierungsexperten.

Ziel der Sanierung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, finanzielle Altlasten abzubauen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Löhne der Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert.

Ursachen: Marktveränderungen und Strukturprobleme

Die wirtschaftliche Schieflage ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: massive Umsatzeinbußen während der Corona-Pandemie, gestiegene Energie- und Betriebskosten sowie ein anhaltend schwaches Konsumklima im Non-Food-Bereich. Zwar konnte Pieper im Jahr 2021/22 einen leichten Gewinn verzeichnen, doch strukturelle Probleme blieben bestehen.

Kontinuität im Betrieb trotz Krise

Die Filialen bleiben geöffnet, die Beratung läuft wie gewohnt weiter und auch der Online-Shop funktioniert uneingeschränkt. Dies soll das Vertrauen der Kunden stärken und die Liquidität des Unternehmens sichern. In vielen Städten wie Gladbeck oder Hagen bleibt Pieper ein fester Bestandteil der Innenstädte.

Parfümeriebranche unter Druck

Der Fall Pieper steht exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen viele stationäre Händler stehen: verändertes Kaufverhalten, wachsender Online-Wettbewerb und der Druck durch große Ketten belasten traditionelle Geschäftsmodelle zunehmend.

Perspektiven für Pieper

Die nächsten Monate sind entscheidend. Ein Insolvenzplan soll festlegen, wie Filialnetz, Sortiment und Prozesse neu ausgerichtet werden können. Gelingt die Sanierung, könnte Pieper gestärkt aus der Krise hervorgehen. Andernfalls wären auch Filialschließungen oder ein Verkauf denkbar. Für Kunden und Belegschaft bedeutet die aktuelle Situation vor allem eines: Planungssicherheit in einer schwierigen Phase.

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