Internationale Großereignisse entwickeln sich zunehmend zu attraktiven Angriffszielen für Cyberkriminelle. Wenn Millionen Menschen gleichzeitig nach Tickets, Fanartikeln oder exklusiven Angeboten suchen, nutzen Angreifer diese erhöhte Aufmerksamkeit gezielt aus. Denn besonders im Umfeld großer Sportveranstaltungen lässt sich ein deutlicher Anstieg betrügerischer Aktivitäten beobachten.
Phishing-Kampagnen folgen dem Event-Zeitplan
Analysen von IT-Sicherheitsexperten von KnowBe4 zeigen, dass Phishing-Angriffe eng an den Verlauf großer Ereignisse gekoppelt sind. Während früher die Intensität nach dem Start eines Turniers häufig abnahm, ist inzwischen ein gegenteiliger Trend zu erkennen. Die Zahl entsprechender Kampagnen steigt während der laufenden Veranstaltungen weiter an.
In einem aktuellen Fall zur Fußball-WM wurde innerhalb weniger Wochen ein drastischer Zuwachs festgestellt. Die Menge an Angriffen vervielfachte sich deutlich und erreichte ein Vielfaches des ursprünglichen Niveaus. Für Cyberkriminelle bieten solche Events über längere Zeiträume hinweg immer neue Anlässe für täuschend echte Betrugsversuche.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Angreifer orientieren sich am Arbeitsalltag
Auffällig ist, dass viele Phishing-Kampagnen gezielt auf das Verhalten von Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Angriffe konzentrieren sich häufig auf Werktage, während an Wochenenden ein Rückgang zu beobachten ist. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere berufliche E-Mail-Konten im Fokus stehen.
Im Arbeitsalltag bearbeiten viele Nutzer eine Vielzahl von Nachrichten in kurzer Zeit. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass betrügerische Inhalte weniger kritisch geprüft werden. Cyberkriminelle nutzen diesen Effekt gezielt aus, indem sie ihre Kampagnen zeitlich an typische Arbeitsrhythmen anpassen.
Emotionale Ansprache erhöht Erfolgsquote
Ein zentrales Element vieler Betrugsversuche ist die emotionale Ansprache der Zielgruppe. Angebote rund um begehrte Tickets, exklusive Fanartikel oder vermeintliche Gewinnspiele erzeugen zusätzlichen Druck, schnell zu reagieren.
Ein Beispiel sind sogenannte „Mystery-Box“-Aktionen, bei denen Nutzer angeblich limitierte Überraschungspakete erhalten können. Solche Kampagnen arbeiten häufig mit künstlicher Verknappung oder zeitlicher Dringlichkeit, um unüberlegte Klicks zu provozieren.
Unternehmen müssen Schutzmaßnahmen verstärken
Für Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf. Da Angriffe zunehmend an aktuelle Ereignisse angepasst werden, reicht es nicht mehr aus, allgemeine Sicherheitsmaßnahmen zu etablieren. Vielmehr müssen Mitarbeitende gezielt für themenbezogene Betrugsversuche sensibilisiert werden.
Ergänzend sollten technische Schutzmechanismen wie E-Mail-Filter regelmäßig aktualisiert und an neue Bedrohungslagen angepasst werden. Nur durch die Kombination aus technischer Absicherung und Awareness lässt sich das Risiko wirksam reduzieren.




