Der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat im ersten Halbjahr 2026 seine Profitabilität deutlich gesteigert und das operative Ergebnis trotz eines rückläufigen Umsatzes spürbar verbessert. Während Portfolioveränderungen und ein schwächerer TV-Werbemarkt die Erlöse belasteten, sorgten konsequente Kostensenkungen und das Wachstum digitaler Geschäftsbereiche für einen kräftigen Ergebnisanstieg.
Umsatz unter Vorjahr, organisch nahezu stabil
Der Konzernumsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 1,544 Milliarden Euro und lag damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Im zweiten Quartal erzielte ProSiebenSat.1 einen Umsatz von 768 Millionen Euro. Bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte betrug der Rückgang jeweils lediglich zwei Prozent.
Belastet wurde die Entwicklung insbesondere durch den schwächeren TV-Werbemarkt sowie Unternehmensverkäufe. Positiv wirkten dagegen steigende digitale Werbeerlöse sowie das anhaltend starke Wachstum des Online-Händlers flaconi.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
EBITDA kehrt deutlich in die Gewinnzone zurück
Das EBITDA verbesserte sich im ersten Halbjahr um 152 Millionen Euro auf 124 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein negativer Wert ausgewiesen worden war. Im zweiten Quartal stieg das EBITDA um 102 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro.
Auch das EBIT entwickelte sich deutlich positiv und erreichte im ersten Halbjahr 42 Millionen Euro nach minus 128 Millionen Euro im Vorjahr. Maßgeblich hierfür waren geringere Programm- und Personalkosten sowie eine konsequente Kostendisziplin.
Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung
Während die klassischen TV-Werbeerlöse weiter unter Druck standen, legten die digitalen und smarten Werbeumsätze im ersten Halbjahr um sechs Prozent zu. Wachstumstreiber waren insbesondere die Streaming-Plattform Joyn, die Vermarktung von Inhalten auf externen Plattformen sowie das Audio-Geschäft.
Joyn steigerte seine Werbeerlöse im Bereich Advertising Video-on-Demand um acht Prozent. Die Erlöse aus kostenpflichtigen Streaming-Angeboten erhöhten sich sogar um 20 Prozent. Zudem plant ProSiebenSat.1 gemeinsam mit MFE eine einheitliche Streaming-Infrastruktur für mehrere europäische Märkte.
Portfolio wird konsequent verschlankt
Im Segment Commerce & Dating entwickelte sich insbesondere das Beauty- und Lifestyle-Geschäft mit flaconi dynamisch. Dagegen belastete das schwierige Marktumfeld das Dating- und Video-Geschäft. Seit Jahresbeginn hat ProSiebenSat.1 mehrere nicht-strategische Beteiligungen verkauft, darunter Studio71 US, esome, Kairion sowie verschiedene Vergleichsportale.
Mit der Neuausrichtung will der Konzern seine Profitabilität erhöhen und den Fokus konsequent auf das Entertainment-Geschäft im deutschsprachigen Raum legen.
Jahresprognose bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt ProSiebenSat.1 seinen Ausblick. Organisch wird weiterhin ein leichtes Umsatzwachstum erwartet, während das EBITDA deutlich gegenüber dem Vorjahr steigen soll. Der Konzern rechnet zudem mit einer stabilen Netto-Finanzverschuldung und hält an seinem Ziel fest, den Verschuldungsgrad zum Jahresende in einer Bandbreite von 3,0 bis 3,5 zu halten.






