SHEIN weitet seine Zusammenarbeit mit dem EU-finanzierten SPEAC-Projekt aus und plant für 2026 insgesamt neun Compliance-Schulungen für Händler auf seinem Marketplace. Im Mittelpunkt stehen regulatorische Anforderungen der Europäischen Union, die für Anbieter grenzüberschreitend vertriebener Produkte zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Trainings sollen Verkäufern helfen, neue und bestehende Vorgaben besser in ihre operativen Abläufe zu übertragen. Vorgesehen sind unter anderem Inhalte zum Digital Product Passport sowie zu Beschränkungen bei Substanzen in Textilien, Bekleidung, Schmuck und chemischen Produkten.
Auftakt mit EU-Verpackungsverordnung
Die erste Sitzung der neuen Trainingsreihe fand heute statt und befasste sich mit der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Thematisiert wurden regulatorische Grundlagen, zentrale Pflichten, Umsetzungswege und praktische Anforderungen für Händler, die Waren innerhalb der EU anbieten.
Dabei geht es unter anderem um Recyclingfähigkeit, Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und die Reduzierung von Verpackungsabfällen. Die Verordnung ist seit dem 12. August 2026 in Kraft und erhöht den Umsetzungsdruck für Händler, die ihre Verpackungsprozesse an neue europäische Vorgaben anpassen müssen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Weitere Themen folgen bis Jahresende
Nach Angaben des Unternehmens sollen im weiteren Jahresverlauf acht zusätzliche Schulungen stattfinden. Die Themenauswahl orientiert sich an europäischen Produkt- und Verbraucherschutzregeln sowie an neuen Anforderungen, die für unterschiedliche Warenkategorien relevant sind.
Bereits 2025 hatten SHEIN und SPEAC zwei gemeinsame Trainings durchgeführt. Diese beschäftigten sich mit der EU-Produktsicherheitsverordnung für Konsumgüter sowie mit regulatorischen und technischen Vorgaben für den Verkauf elektronischer Produkte im europäischen Markt.
Ergänzung bestehender Händlerprogramme
Die Zusammenarbeit mit SPEAC ergänzt weitere Schulungsmaßnahmen, die SHEIN für Marketplace-Anbieter aufgebaut hat. Im Mai 2026 startete das Unternehmen ein Programm zu Produktsicherheit und Qualitätsanforderungen, das gemeinsam mit internationalen Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsorganisationen umgesetzt wird.
Zu den beteiligten Partnern gehören unter anderem Bureau Veritas, Cotecna, Eurofins, Intertek, SGS, Technická inšpekcia und TÜV SÜD aus Deutschland. Die Schulungen behandeln regulatorische Veränderungen, Prüfstandards, Produktsicherheitsanforderungen und branchenspezifische Best Practices für unterschiedliche Absatzmärkte.
Seller Education Hub bündelt Inhalte
Abgeschlossene Trainings werden über den Seller Education Hub von SHEIN verfügbar gemacht. Die Plattform bündelt Leitfäden, Referenzmaterialien und Lernangebote zu Produktsicherheit, eingeschränkten oder verbotenen Waren, Qualitätsstandards, geistigem Eigentum, Logistik und operativer Compliance.
Ergänzend stellt SHEIN nach eigenen Angaben zahlreiche digitale Schulungsangebote bereit, darunter Präsentationen, Kurzvideos, Livestreams und interaktive Lernmodule. Mit diesen Angeboten will das Unternehmen Händler dabei unterstützen, regulatorische Anforderungen strukturierter in Listing-, Onboarding- und Verkaufsprozesse zu integrieren.


