Online-Shopping gehört längst zum Alltag – wird aber zunehmend komplexer. Ob manipulative Werbung, versteckte Kosten oder betrügerische Shops: Wer sicher einkaufen will, braucht Orientierung. Besonders Menschen mit eingeschränkten Lese- und Schreibfähigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen sind gefährdet. Ein neues Bildungsangebot des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg will genau hier ansetzen.
Leicht zugänglich, praxisnah und interaktiv
Der gemeinsam entwickelte Online-Kurs im vhs-Lernportal erklärt zentrale Aspekte rund um sicheres Einkaufen im Internet. In einfacher Sprache wird vermittelt, worauf bei Online-Verträgen zu achten ist, wie Zahlungen sicher abgewickelt werden und welche Rechte Verbraucher bei Problemen haben. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, die in ihrer Alltagskompetenz gestärkt werden sollen. Die Inhalte sind bewusst niedrigschwellig gestaltet: Erklärvideos, Bilder und praxisnahe Übungen erleichtern den Zugang.
Der Kurs enthält 25 Lerneinheiten mit rund 500 interaktiven Aufgaben. Jede Einheit dauert etwa 15 bis 30 Minuten und kann individuell oder im Unterricht genutzt werden. Themen wie Umtausch, Gewährleistung und Tricks unseriöser Anbieter werden anschaulich behandelt. Im Januar wird das Angebot zudem als App veröffentlicht.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kooperation für mehr Verbraucherschutz
Julia von Westerholt, Direktorin des DVV, betont die gesellschaftliche Bedeutung: „Ziel ist es, allen Menschen eine souveräne Teilhabe an der digitalen Welt zu ermöglichen – unabhängig von Bildung oder Herkunft.“ Die Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale bringe hierfür die notwendige Fachkompetenz mit.
Auch Cornelia Tausch, Vorständin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, unterstreicht den Nutzen der Partnerschaft: „In unseren Beratungen erleben wir regelmäßig, wie Verbraucherrechte missachtet werden. Dieses Angebot hilft, das Wissen in der Breite zu stärken – gerade auch bei Menschen, die bisher schwer erreichbar waren.“
Das Bildungsangebot ist kostenfrei und wurde durch Bundes- und Landesmittel realisiert. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung sowie durch das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium.


