Die lange Zeit stabile Preisentwicklung bei Unterhaltungselektronik scheint vorerst beendet. Nach Jahren sinkender oder weitgehend konstanter Preise sorgt die weltweite Verknappung von Speicherchips für eine Trendwende. Besonders betroffen sind Produkte mit hohem Bedarf an DRAM- und NAND-Speicher wie Notebooks, Tablets, Smartphones und Spielkonsolen.
Eine aktuelle Auswertung von Idealo, die dem Wirtschaftsmagazin Capital vorliegt, zeigt, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr in nahezu allen untersuchten Produktkategorien gestiegen sind. Damit schlagen steigende Kosten entlang der gesamten Lieferkette zunehmend bis zum Endkunden durch.
Speicherkomponenten treiben Preisanstieg
Besonders stark verteuerten sich klassische Speicherprodukte. SSD-Festplatten kosteten im Schnitt rund 49 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während sich die Preise für Arbeitsspeicher teilweise mehr als verdoppelt haben.
Auch Endgeräte sind betroffen: Smartphones verteuerten sich moderat, während Notebooks und Spielkonsolen deutlich stärkere Preiszuwächse verzeichneten. Die Entwicklung zeigt, dass steigende Komponentenpreise zunehmend auf komplette Geräte durchschlagen.
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KI-Boom verschärft Chipknappheit
Auslöser der Preisentwicklung ist der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren. Betreiber investieren massiv in Infrastruktur und benötigen dafür große Mengen an Hochleistungsspeichern.
Hersteller priorisieren daher zunehmend margenstarke Speicherlösungen für KI-Anwendungen. Klassische Chips für Consumer-Elektronik werden knapper, was die Preise weiter antreibt und gleichzeitig stetig wachsende wie Smartphones in historischem Ausmaß ausbremst. Branchenexperten sprechen bereits von einer neuen Speicherkrise.
Hersteller geben Kosten weiter
Die Auswirkungen sind inzwischen auch bei großen Elektronikherstellern sichtbar. Erste Anbieter haben begonnen, ihre Preise anzuheben, nachdem sie gestiegene Kosten zuvor noch selbst abgefedert hatten.
Da nahezu alle großen Marken auf die gleichen Speicherlieferketten angewiesen sind, dürfte sich die Entwicklung branchenweit fortsetzen. Besonders Geräte mit hohen Speicherkapazitäten geraten dabei unter Druck.
Handel und Verbraucher unter Druck
Für den Handel entsteht eine angespannte Situation. Steigende Einkaufspreise treffen auf eine sinkende Preisdynamik im Verkauf. Kurzfristig können Händler mit älteren Lagerbeständen profitieren, langfristig dürfte sich das höhere Preisniveau jedoch durchsetzen.
Auch Verbraucher müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Da der Ausbau neuer Produktionskapazitäten Zeit benötigt und die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiter wächst, ist kurzfristig keine Entspannung in Sicht.





