Die Sicherheitslage rund um die Straße von Hormus spitzt sich im Kontext des Iran-Kriegs weiter zu. Nach jüngsten Angriffen auf Handelsschiffe im Persischen Golf wächst die Sorge vor erheblichen Störungen im globalen Energie- und Warenhandel. Gleichzeitig räumten Vertreter der US-Regierung ein, dass kurzfristig keine umfassenden militärischen Geleitschutzmissionen für zivile Schiffe möglich seien.
US-Marine derzeit ohne Eskortkapazitäten
US-Energieminister Chris Wright erklärte in einem Interview mit CNBC, dass die US-Marine frühestens Ende März damit beginnen könne, Handelsschiffe durch die strategisch wichtige Meerenge zu eskortieren. Der Grund: Militärische Ressourcen seien derzeit stark durch Operationen gegen Ziele im Iran gebunden. Donald Trump hatte zuvor einen militärischen Schutz in Aussicht gestellt.
Die Straße von Hormus zählt zu den sensibelsten Engpässen des Welthandels. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls sowie große Mengen Flüssiggas passieren täglich die nur etwa 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman.
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Angriffe auf Handelsschiffe verschärfen Lage
Die geopolitische Spannung erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem mehrere Schiffe im Persischen Golf angegriffen wurden. Zwei Öltanker vor der irakischen Küste gerieten nach Beschuss in Brand, mindestens ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben.
Auch ein Containerschiff wurde nahe Dubai getroffen. Die Angriffe verstärken die Sorge, dass die Passage für viele Reedereien aktuell kaum sicher passierbar ist.
Reedereien reagieren mit Routenänderungen
Die Auswirkungen sind bereits in der internationalen Schifffahrt spürbar. Ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd wurde nahe der Straße von Hormus durch Projektilteile beschädigt und geriet in Brand wie das Unternehmen in seinem Nahost-Liveticker mitteilt. Das Schiff war an die dänische Reederei Maersk verchartert. Zwar konnte die Besatzung das Feuer löschen und alle Crewmitglieder blieben unverletzt, doch der Vorfall zeigt, wie schnell zivile Schiffe in militärische Konflikte hineingezogen werden können.
Mehrere Reedereien prüfen inzwischen alternative Routen oder temporäre Umleitungen. Eine mögliche Ausweichroute führt um das Kap der Guten Hoffnung, verlängert die Transportzeiten jedoch erheblich und erhöht die Kosten für Treibstoff, Versicherung und Charter.
Wirtschaftsverbände warnen vor globalen Folgen
Auch Wirtschaftsverbände beobachten die Lage mit großer Sorge. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) warnt insbesondere vor der Gefahr einer Verminung der Meerenge.
Bereits der bloße Verdacht auf Minen könne erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Transportkosten und Lieferketten haben. Jede Störung in der Straße von Hormus wirke sich unmittelbar auf den internationalen Handel aus.
Risiken für Energiepreise und Lieferketten
Für die Weltwirtschaft könnte eine längere Störung der Schifffahrtsroute weitreichende Folgen haben. Neben steigenden Öl- und Gaspreisen drohen höhere Versicherungsprämien für Schiffe, steigende Frachtraten sowie Verzögerungen in globalen Lieferketten.
Besonders stark betroffen wären Regionen wie Europa und Asien, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind. Schon kurzfristige Unterbrechungen könnten das fragile Gleichgewicht auf den Energiemärkten stören.
Hoffnung auf Stabilisierung durch internationale Missionen
Sollten internationale Partner in den kommenden Wochen Schutzmissionen für Handelsschiffe einrichten, könnte sich die Lage zumindest teilweise stabilisieren. Bis dahin bleibt die Situation in der Straße von Hormus jedoch angespannt – mit potenziell erheblichen Folgen für Energiepreise, Handel und globale Lieferketten.


