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Tabaksteuer-Plan stößt auf Kritik – Experten warnen vor Einnahmeausfällen

Zigaretten in einer Schachtel
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Die geplante Tabaksteuererhöhung um 20 Prozent könnte laut Experten weniger Einnahmen bringen als erwartet. Höhere Preise könnten Verbraucher verstärkt in den Schwarzmarkt treiben und den Effekt der Maßnahme abschwächen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die geplante Tabaksteuererhöhung von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stößt auf deutliche Kritik. Eine Analyse des Bund der Steuerzahlers, die BILD exklusiv vorliegt, warnt, dass die erwarteten Mehreinnahmen geringer ausfallen könnten als prognostiziert.

Geplante Steuererhöhung in zwei Stufen

Die Bundesregierung plant, die Tabaksteuer in zwei Schritten um insgesamt rund 20 Prozent zu erhöhen. Zum 1. September 2026 soll zunächst ein Aufschlag von 14,8 Prozent erfolgen. Dadurch würde sich der Preis für eine Zigarettenpackung um 1,18 bis 1,33 Euro erhöhen. Anfang 2027 folgt eine weitere Anhebung um gut 5 Prozent. Insgesamt würde eine 20er-Packung dann zwischen 9,60 Euro und 10,80 Euro kosten – gegenüber aktuell etwa 8 bis 9 Euro.

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Zweifel an erwarteten Mehreinnahmen

Ziel der Maßnahme ist es, zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt zu generieren. Experten bezweifeln jedoch, dass dieses Ziel erreicht wird. Sie verweisen auf historische Erfahrungen: Bereits vor rund 20 Jahren führte eine Steuererhöhung von mehr als 50 Prozent innerhalb von drei Jahren nicht zu den erhofften Einnahmen. Statt der erwarteten fast 16 Milliarden Euro lagen die tatsächlichen Einnahmen bei nur etwas mehr als 14 Milliarden Euro.

Risiko durch Ausweichreaktionen der Verbraucher

Ein zentrales Problem bestehe im Ausweichverhalten der Konsumenten. Der Anteil unversteuerter Zigaretten stieg damals von 16,1 Prozent im Jahr 2004 auf rund 20 Prozent im Jahr 2007. Auch heute könnte eine deutliche Preiserhöhung dazu führen, dass Verbraucher verstärkt auf den Schwarzmarkt oder günstigere Angebote im Ausland ausweichen.

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Belastungen durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten könnte dieser Effekt sogar stärker ausfallen als in der Vergangenheit.

Alternativen und zusätzliche Einnahmequellen

Gleichzeitig weisen Experten darauf hin, dass alternative Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel eine andere Rolle spielen könnten. Diese gelten als potenziell weniger schädliche Alternativen und könnten zur Reduzierung klassischer Tabaknutzung beitragen.

Zudem sehen Fachleute zusätzliche Einnahmepotenziale in einer stärkeren Bekämpfung des illegalen Handels. Hier könnten laut Einschätzungen zusätzliche Steuereinnahmen im dreistelligen Millionenbereich erzielt werden.

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