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Trigema-Spitze kritisiert Krisenbonus – Bonita Grupp: „Ich bin da skeptisch“

Trigema Lagerhalle neben Tankatelle
Foto: Trigema

Key takeaways

Die geplante 1000-Euro-Prämie der Bundesregierung stößt im Mittelstand auf Kritik. Auch Trigema-Chefin Bonita Grupp äußert sich in einem Interview und fordert statt Einmalzahlungen langfristige wirtschaftspolitische Reformen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die von der Bundesregierung geplante Entlastungsprämie für Beschäftigte stößt vor allem im Mittelstand auf wachsende Skepsis. Nach lautstarken Warnungen von Mittelstandsvertreter äußert nun auch die Führung des Textilherstellers Trigema deutliche Vorbehalte gegenüber dem Vorhaben, wonach Unternehmen eine einmalige Zahlung an ihre Belegschaften leisten sollen.

Kritik an Verlagerung der Verantwortung

Unternehmenschefin Bonita Grupp äußert sich in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung mit „Ich bin da skeptisch“ und sieht in dem Modell vor allem eine problematische Lastenverschiebung. In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld würden Betriebe bereits durch steigende Kosten belastet, gleichzeitig sollen sie zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen. Diese Kombination wird aus Unternehmenssicht zunehmend als schwer tragbar bewertet.

Während der Drogerieriese Rossmann vorgeprescht ist und bereits eine Prämie angekündigt hat, stehen viele Betriebe laut Grupp vor der Herausforderung, zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Mitarbeiterentlastung abzuwägen. Eine klare Position zur Umsetzung im eigenen Unternehmen ließ sie offen, betonte jedoch grundsätzliche Zweifel an der politischen Stoßrichtung.

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Hoher Kostendruck im industriellen Umfeld

Besonders energieintensive Produktionsunternehmen sehen sich weiterhin mit erheblichen Belastungen konfrontiert. Auch Trigema spürt die Folgen steigender Energiepreise deutlich. Die Textilproduktion in Deutschland gilt traditionell als kostenintensiv, was die Spielräume für zusätzliche Ausgaben weiter einschränkt.

Das Unternehmen reagiert mit Investitionen in erneuerbare Energien und kann inzwischen einen beträchtlichen Anteil seines Strombedarfs selbst decken. Dennoch bleibt die Kostenstruktur angespannt.

Eigene Anreize statt staatlicher Einmalzahlung

Anstelle pauschaler Bonuszahlungen setzt das Unternehmen auf eigene Modelle zur Unterstützung der Belegschaft. Dazu gehören unter anderem finanzielle Vorteile im Mobilitätsbereich, die gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten sind. Auch die von Trigema betriebenen Tankstellen rund um den Standort der Unternehmenszentrale bieten Kraftstoffpreise deutlich unter denen von großer Tankstellen.

Gerade für Beschäftigte außerhalb urbaner Räume spielen solche Maßnahmen eine wichtige Rolle, da sie häufig stärker auf individuelle Mobilitätslösungen angewiesen sind.

Ruf nach strukturellen Reformen

Über kurzfristige Entlastungen hinaus fordert die Unternehmensseite tiefgreifendere wirtschaftspolitische Anpassungen. Statt punktueller Maßnahmen brauche es langfristige Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu sichern.

Gleichzeitig wird betont, dass auch Unternehmen selbst gefordert sind, ihre Strukturen weiterzuentwickeln und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

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