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Unterhaltungselektronik 2025: KI, Streaming & Sprachsteuerung im Wandel

Familie auf dem Sofa vor einem Fernseher mit Netflix-Logo
Foto: Cottonbro Studios / Pexels

Key takeaways

Bitkom prognostiziert für 2025 leicht sinkende Umsätze im Bereich Unterhaltungselektronik. KI verändert dabei zunehmend Film, Musik und Sprachsteuerung. Streaming erreicht erstmals das Niveau des klassischen Fernsehens. Auch smarte Brillen und digitale Assistenten prägen das Konsumverhalten – mit Potenzial für neue Gerätekategorien.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Umsätze im Bereich der Unterhaltungselektronik sinken 2025 voraussichtlich leicht um 1 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Doch hinter dieser nüchternen Zahl verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel. Die Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology“ des Digitalverbands Bitkom beleuchtet nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch die strukturellen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz, neue Nutzungsgewohnheiten und smarte Geräte.

Rückkehr auf Vor-Corona-Niveau

Nach einem pandemiebedingten Nachfragehoch mit 9,3 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2020 pendeln sich die Umsätze nun wieder auf ein langfristiges Normalniveau ein. Für 2025 prognostiziert Bitkom einen Rückgang auf 7,8 Milliarden Euro – ein Minus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Flat-TVs bleiben mit 2,85 Milliarden Euro Umsatz das stärkste Segment, auch wenn hier ein Rückgang von 8 Prozent zu erwarten ist. Stark zulegen kann hingegen der Bereich der Spielekonsolen, der um 38 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro wächst.

Andere Bereiche wie Digitalkameras (570 Mio. Euro), Audio- und Videozubehör (1,63 Mrd. Euro) oder sonstige Geräte wie Blu-Ray-Player und Set-Top-Boxen (850 Mio. Euro) zeigen sich weitgehend stabil. Laut Bitkom liegt das schwache Wachstum an gesättigten Haushalten und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Hoffnung macht jedoch der technologische Fortschritt – insbesondere durch KI.

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Streaming gleichauf mit klassischem Fernsehen

Die Mediennutzung wandelt sich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Erhebung sind klassisches Fernsehen und Videostreaming gleichauf. Während noch 86 Prozent der Bevölkerung klassisches Fernsehen nutzen (2024: 92 Prozent), liegt Videostreaming mit 87 Prozent erstmals knapp darüber. Besonders deutlich zeigt sich der Generationenwandel beim Konsumverhalten: Die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen bevorzugt On-Demand-Inhalte, während in der Altersgruppe 65+ das lineare Fernsehen auch beim Streaming dominiert.

Die Studie zeigt außerdem, dass die Grenzen zwischen linearem und zeitversetztem Fernsehen zunehmend verschwimmen. Klassische Sender bieten Mediatheken, Streamingdienste ergänzen ihr Angebot um lineare Formate – beispielsweise über sogenannte FAST-Channels, also kostenlose, werbefinanzierte Kanäle mit festem Programm.

KI als Chance und Risiko für die Filmbranche

Besonders deutlich zeigt sich der technologische Wandel im Bereich Film und Video. So glauben 67 Prozent der Befragten, dass KI-generierte Inhalte eine Bedrohung für die klassische Filmindustrie darstellen. Gleichzeitig sehen 29 Prozent kein Problem darin, wenn KI-Produktionen auch Preise wie den Oscar gewinnen. 56 Prozent sind überzeugt, dass KI die Barrierefreiheit verbessern kann – etwa durch automatische Untertitel, Gebärden oder Audiobeschreibungen.

Bitkom verweist auf konkrete Anwendungen: Personalisierte Empfehlungen, automatisierte Trailer und Nachrichtensendungen mit KI-Avataren sind bereits Realität. Auch computergenerierte Serienpiloten und Drehbücher sind keine Zukunftsmusik mehr. Für die Branche bedeutet das: KI wird integraler Bestandteil der Produktion und Distribution von Bewegtbildinhalten.

KI-Musik, Podcasts und Audio im Alltag

Auch im Audiobereich zeichnet sich ein starker Wandel ab. 44 Prozent der Deutschen glauben, dass in zehn Jahren der Großteil der Musik von KI erzeugt sein wird. 70 Prozent sehen darin eine Bedrohung für die klassische Musikindustrie. Gleichzeitig zeigt sich ein großes Interesse an kreativer Mitgestaltung: Rund ein Drittel würde gerne selbst mithilfe von KI Musik produzieren.

Audiostreaming gehört heute längst zum Alltag: 85 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren nutzen es. Spitzenreiter sind Streamingdienste (65 Prozent), gefolgt von Videoplattformen (64 Prozent). Podcasts, Internetradio und Hörbuchdienste folgen mit etwas Abstand. Überraschend: Trotz Digitalisierung bleibt das klassische Radio mit 92 Prozent Nutzung noch immer führend – zumindest in der Breite.

Sprachassistenten: Vom Gadget zum Helfer

Die Nutzung digitaler Sprachassistenten nimmt weiter zu: 62 Prozent der Deutschen nutzen sie zumindest gelegentlich, 2024 waren es noch 53 Prozent. Besonders beliebt ist der Einsatz auf dem Smartphone (91 Prozent), aber auch smarte Lautsprecher, Auto-Infotainment-Systeme und Tablets gehören zu den bevorzugten Geräten. Der Einsatz reicht von Musikwiedergabe über Haushaltssteuerung bis hin zur Navigation und Kalenderorganisation.

In den kommenden Jahren wird KI die Sprachassistenten auf ein neues Niveau heben. 47 Prozent wünschen sich einen Assistenten, der individuelle Ernährungspläne erstellt und automatisch einkauft, 44 Prozent möchten mit KI Sprachen lernen, 43 Prozent freuen sich über smarte Geschenkideen. Die Sprachsteuerung wird damit zum persönlichen Coach, Alltagsplaner und Kreativpartner.

Intelligente Brillen: Blick in die digitale Zukunft

Ein weiteres Beispiel für den technologischen Wandel sind smarte Brillen. Produkte wie die Meta Ray-Ban oder Solos AirGo zeigen, wohin die Reise geht: Sie sehen aus wie normale Brillen, lassen sich aber per Sprache steuern, fotografieren, erkennen Objekte und beantworten Fragen – zum Teil bereits KI-gestützt. 14 Prozent der Deutschen haben solche Brillen schon ausprobiert, 25 Prozent zeigen Interesse.

Bitkom sieht darin das Potenzial für eine neue Gerätekategorie: Mit Augmented-Reality-Funktionalitäten und KI-Anbindung könnten smarte Brillen in wenigen Jahren zu mobilen Alltagsassistenten werden – und die Art und Weise, wie wir Informationen wahrnehmen und mit Technik interagieren, grundlegend verändern.

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