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Stripe steigert Zahlungsvolumen massiv – Bewertung steigt auf 159 Milliarden

Stripe CEO auf Konferenz zu AI und Staplecoin
Patrick Collison, StripeCEO / Foto: Stripe

Key takeaways

Stripe veröffentlichte seinen Jahresbrief 2025 und kündigte ein Aktien-Tenderangebot bei einer Bewertung von 159 Milliarden US-Dollar an. Unternehmen auf der Plattform generierten 1,9 Billionen Dollar Zahlungsvolumen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Stripe setzt seinen Wachstumskurs mit hoher Dynamik fort. Im Geschäftsjahr 2025 wickelten Unternehmen auf der Plattform ein Gesamtvolumen von 1,9 Billionen US-Dollar ab – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht rund 1,6 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Parallel der Jahreszahlen im Rahmen des Investorenbriefs kündigte der Zahlungsdienstleister ein Aktien-Tenderangebot an, das aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden Liquidität verschaffen soll. Die Bewertung steigt dabei auf 159 Milliarden US-Dollar.

Der Großteil des Kapitals für das Aktienangebot stammt von Investoren wie Thrive Capital, Coatue und Andreessen Horowitz. Zusätzlich wird Stripe eigene Mittel einsetzen, um Anteile zurückzukaufen. Mit der Transaktion zählt das Unternehmen erneut zu den höchstbewerteten privaten Techfirmen weltweit.

Starkes Wachstum über das Kerngeschäft hinaus

Nicht nur das Zahlungsvolumen legte deutlich zu. Auch die sogenannte Revenue Suite – darunter Billing, Invoicing und Tax – nähert sich einer jährlichen Umsatzrate von einer Milliarde US-Dollar. Stripe entwickelt sich damit zunehmend zu einer umfassenden Finanzplattform, die weit über reine Zahlungsabwicklung hinausgeht.

Nach Angaben der Gründer Patrick und John Collison nutzen inzwischen mehr als fünf Millionen Unternehmen direkt oder über Plattformen die Infrastruktur von Stripe. Dazu zählen 90 Prozent der Unternehmen im Dow Jones Industrial Average sowie 80 Prozent der Nasdaq-100-Konzerne. Zudem wurde rund ein Viertel aller neu gegründeten Delaware-Unternehmen über Stripe Atlas inkorporiert.

Stripe blieb eigenen Angaben zufolge klar profitabel und investierte zugleich massiv in Innovation. Mehr als 350 Produktupdates wurden 2025 ausgerollt, ergänzt durch gezielte Akquisitionen.

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Neue Unternehmen skalieren schneller als je zuvor

Die 2025 neu hinzugekommenen Unternehmen entwickeln sich laut Stripe so erfolgreich wie keine Kohorte zuvor. Mehr als die Hälfte der Neuzugänge stammt außerhalb der USA. Diese Gruppe wächst rund 50 Prozent schneller als die des Vorjahres. Die Zahl der Firmen, die innerhalb von drei Monaten nach Gründung 10 Millionen US-Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz erreichen, hat sich im Vergleich zu 2024 verdoppelt.

Auch Start-ups, die über Stripe Atlas gegründet wurden, monetarisieren früher. 20 Prozent dieser Unternehmen stellten bereits innerhalb der ersten 30 Tage nach Gründung ihre erste Rechnung – 2020 lag dieser Wert noch bei acht Prozent.

Globalisierung wird zum Standard

Stripe beobachtet einen strukturellen Wandel: Junge Internetunternehmen denken nicht mehr in nationalen Märkten, sondern starten global. Viele KI-Produkte wurden von Beginn an international ausgerollt. Bei Stripe-Kunden mit stark internationalem Umsatz stammen 30 Prozent der Erlöse aus Ländern, die weder Heimatmarkt noch Teil der zehn größten Volkswirtschaften sind.

Das sogenannte „Long Tail“-Geschäft entwickelt sich damit in vielen Fällen zum zentralen Umsatztreiber.

Aufbau der Infrastruktur für agentischen Handel

Ein strategischer Schwerpunkt liegt auf sogenanntem Agentic Commerce – also dem Handel durch autonome KI-Agenten. Stripe arbeitet hierfür mit Partnern aus KI-Laboren, Handel und E-Commerce zusammen, um technische Standards zu etablieren.

Gemeinsam mit OpenAI entwickelte Stripe ein offenes Agentic Commerce Protocol. Ergänzend wurde eine Agentic Commerce Suite eingeführt, mit der Händler über eine einzige Integration mehrere KI-Schnittstellen bedienen können. Erste Marken wie Anthropologie, Urban Outfitters, Etsy, Coach oder Kate Spade sind bereits angebunden.

Darüber hinaus stellte Stripe sogenannte Shared Payment Tokens vor, die es KI-Agenten ermöglichen, Zahlungen auszulösen, ohne sensible Zahlungsdaten offenzulegen. Mit „Machine Payments“ können Entwickler zudem API-Aufrufe oder andere digitale Dienste direkt per Stablecoin-Mikrozahlungen abrechnen.

Zusätzlich kooperiert Stripe mit OpenAI für Shopping-Funktionen in ChatGPT und arbeitet mit Microsoft an vergleichbaren Integrationen in Copilot.

Stablecoins gewinnen an Bedeutung

Während der Bitcoin-Kurs 2025 deutlich nachgab, verdoppelte sich das weltweite Stablecoin-Zahlungsvolumen auf rund 400 Milliarden US-Dollar. Etwa 60 Prozent entfallen Schätzungen zufolge auf B2B-Transaktionen. Die im Vorjahr übernommene Stablecoin-Plattform Bridge vervierfachte ihr Volumen.

Mit der Akquisition von Privy stärkte Stripe zudem seine Wallet-Infrastruktur; über 110 Millionen programmierbare Wallets werden damit unterstützt. Im September präsentierte das Unternehmen außerdem „Tempo“, eine speziell für Zahlungsprozesse entwickelte Blockchain mit Fokus auf Geschwindigkeit, Interoperabilität und Compliance. Stripe positioniert sich damit zunehmend als finanzielle Basisschicht der KI- und Token-Ökonomie. Nach Einschätzung mehrerer Investoren dürfte sich diese Rolle in den kommenden Jahren weiter festigen.

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