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Walmart modernisiert Stores mit kontaktlosem Bezahlen und Preisschildern

Frau mit Walmart App
Foto: Walmart

Key takeaways

Vom Auffinden eines Artikels bis zum Checkout erweitert Walmart seine digitalen Store-Funktionen. Elektronische Preisschilder können per App aufblinken, während "contactless" als zusätzliche Zahlungsmittel zugelassen werden.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Walmart treibt die Digitalisierung seiner US-Filialen an zwei zentralen Punkten der Customer Journey voran. Während Kunden Produkte künftig mithilfe elektronischer Regalpreisschilder leichter finden können, öffnet der Handelskonzern gleichzeitig seine Kassen für kontaktlose Zahlungen mit Karten, Smartphones und Smartwatches. Beide Neuerungen zielen darauf, Reibung beim stationären Einkauf zu reduzieren.

Seit dem 24. August führt Walmart Tap to Pay zunächst in ausgewählten Walmart- und Sam’s-Club-Standorten ein. Bis Ende 2026 soll laut Unternehmen kontaktloses Bezahlen in sämtlichen US-Stores und Clubs verfügbar sein, Tankstellen sollen bis Mitte 2027 folgen. Parallel wird in ausgewählten Walmart-Filialen die neue App-Funktion „Flash Price Tag“ sichtbar, mit der Kunden das elektronische Preisschild eines gesuchten Produkts direkt am Regal aufblinken lassen können.

Walmart öffnet seine Kassen für Tap to Pay

Mit Tap to Pay können Kunden kontaktlose Karten sowie kompatible Smartphones oder Smartwatches am Checkout einsetzen. Auch geeignete Karten von Walmart, Sam’s Club und OnePay lassen sich in digitalen Wallets hinterlegen. Damit erweitert der Händler seine bestehenden Bezahlmöglichkeiten um einen in anderen Handelsumgebungen bereits verbreiteten Standard.

Bisher setzt Walmart unter anderem auf Bargeld, klassische Kartenzahlungen und Walmart Pay. Über Walmart Pay können Kunden innerhalb der Walmart-App bezahlen und dort Einkäufe sowie Belege verwalten. Mitglieder von Sam’s Club verfügen mit Scan & Go zusätzlich über eine Lösung, bei der Waren während des Einkaufs gescannt und bezahlt werden können, ohne die klassische Kassenlinie zu nutzen.

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Flash Price Tag lässt das gesuchte Regal blinken

An anderer Stelle des Einkaufsprozesses soll die Walmart-App künftig die Produktsuche im Markt vereinfachen. Bei „Flash Price Tag“ können Kunden über die Produktseite eines gesuchten Artikels dessen elektronisches Regalpreisschild aktivieren. Zunächst zeigt die App Gang und Regalabschnitt auf einer Store-Karte an, anschließend lässt sich das entsprechende Label für rund zehn Sekunden cyanfarben zum Blinken bringen.

Walmart hat die Shopper-Funktion bislang nicht offiziell angekündigt. Hinweise auf den Einsatz stammen von Mitarbeitern und Kunden in sozialen Netzwerken., wie Retail Optimiser berichtet. Demnach erscheint die Option nur bei unterstützten Produkten in teilnehmenden Märkten. Der Nutzer muss sich im jeweiligen Store befinden und der Walmart-App Zugriff auf seinen Standort gewähren.

Vusion-Technologie verbindet Smartphone und Regal

Technische Grundlage der Funktion ist die Edgesense-Plattform von Vusion, die elektronische Regalpreisschilder über Bluetooth Low Energy vernetzt. Walmart hatte bereits 2023 einen mehrjährigen Vertrag mit dem damals noch unter SES Imagotag firmierenden Technologieanbieter für die Einführung der Lösung in seinen US-Filialen geschlossen.

Bis Ende 2026 will Walmart alle rund 4.600 US-Stores mit den digitalen Labels ausstatten. Im März waren nach den vorliegenden Angaben bereits etwa 2.300 Standorte entsprechend ausgerüstet. Flash Price Tag ist allerdings noch nicht überall verfügbar: Eine Walmart-Mitarbeiterin bezifferte die Zahl der teilnehmenden Filialen auf LinkedIn auf rund 1.600.

Mitarbeiterfunktionen werden für Kunden geöffnet

Die Möglichkeit, einzelne elektronische Preisschilder gezielt aufleuchten zu lassen, ist für Walmart nicht grundsätzlich neu. Ursprünglich setzte der Händler die Technik für seine Beschäftigten ein. „Stock to Light“ weist Mitarbeitern beim Einräumen den richtigen Regalplatz zu, während „Pick to Light“ beim Zusammenstellen von Online-Bestellungen zum gesuchten Produkt führt.

Mit Flash Price Tag überträgt Walmart dieses Prinzip auf den stationären Kunden. Die digitale Navigation endet damit nicht mehr bei einer Position auf dem Store-Plan, sondern reicht bis zum konkreten Artikel im Regal. Wann die Funktion in sämtlichen mit elektronischen Labels ausgestatteten Märkten verfügbar sein wird, hat Walmart bislang nicht mitgeteilt.

Die Walmart-App wird zur Schnittstelle im Store

Tap to Pay und Flash Price Tag betreffen unterschiedliche Bereiche des Einkaufs, folgen aber derselben Strategie: Der stationäre Store wird stärker mit digitalen Funktionen verbunden. Kunden sollen Produkte schneller lokalisieren und anschließend mehr Freiheit bei der Wahl ihres Zahlungsmittels erhalten.

Bemerkenswert ist dabei, dass Walmart einerseits seine eigene App tiefer in den Einkaufsprozess integriert, beim Bezahlen andererseits zusätzliche externe Möglichkeiten öffnet. Bis Ende 2026 sollen sowohl die Einführung von Tap to Pay in allen US-Stores und Sam’s Clubs als auch die Ausstattung der rund 4.600 Walmart-Filialen mit Vusions elektronischen Preisschildern weitgehend abgeschlossen sein. Damit könnte sich innerhalb weniger Monate sowohl die Produktsuche am Regal als auch der Bezahlvorgang für Millionen Walmart-Kunden verändern.

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