Alibaba hat mit Qwen Intelligence eine neue Plattform für agentische KI auf Smartphones vorgestellt. Die Lösung richtet sich laut Alibaba an Gerätehersteller und soll ihnen ermöglichen, intelligente Assistenten zu entwickeln, die komplexe Aufgaben über mehrere Apps hinweg planen und ausführen können.
HONOR ist der erste Partner, der Qwen Intelligence einsetzt. Die beiden Unternehmen entwickeln gemeinsam spezialisierte Modelle und Funktionen für kommende KI-Smartphones. Die neue HONOR Magic9 Series sowie das angekündigte HONOR Robot Phone sollen zu den ersten Geräten mit der Plattform gehören.
Drei Agenten übernehmen Planung, Bedienung und Inhalte
Zum Start umfasst Qwen Intelligence drei vorkonfigurierte Agenten. Der Mobile Planner Agent soll komplexe Anfragen zerlegen, einzelne Schritte koordinieren und auf Änderungen reagieren. Bei einer Geschäftsreise könnte er beispielsweise Flug, Hotel, Kalender und Reiseplan miteinander abstimmen.
Der Mobile-Use Agent führt Aktionen innerhalb verschiedener Apps aus und kombiniert dabei Programmierschnittstellen mit einer grafischen Bedienung als Rückfalloption. Ein Mobile Creative Agent übernimmt zudem Aufgaben rund um Bilderstellung und Bildbearbeitung direkt auf dem Smartphone.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Plattform kombiniert Gerät und Cloud
Technisch ist Qwen Intelligence in drei Ebenen aufgebaut. An der Basis stehen für mobile Nutzung optimierte Qwen-Modelle, darüber folgt eine modulare Plattform für Bereitstellung, Tool-Steuerung und automatische Evaluierung.
Die Architektur soll Rechenleistung auf dem Gerät und in der Cloud miteinander verbinden. Hersteller können entweder die komplette Plattform übernehmen oder einzelne Bestandteile wie Modelle, Agenten und Steuerungskomponenten in ihre eigenen Systeme integrieren.
Personalisierung und multimodale Funktionen sollen folgen
Alibaba plant bereits weitere Komponenten. Dazu gehören ein personalisierter Gedächtnisdienst für proaktive Unterstützung, multimodale Interaktionen sowie spezialisierte Agenten von Partnerunternehmen.
Damit soll sich das Smartphone stärker von einem reaktiven Assistenten zu einem System entwickeln, das Aufgaben selbstständig vorbereitet und ausführt. Alibaba sieht mobile Geräte dabei als zentrale Schnittstelle zwischen persönlicher KI und der physischen Umgebung.
Alibaba entwickelt eigene Benchmarks für mobile Agenten
Parallel hat das Qwen-Intelligence-Team ein eigenes Evaluierungssystem mit vier Benchmarks aufgebaut. MobilePA-Bench umfasst mehr als 1.000 praxisnahe Aufgaben und über 200 häufig genutzte mobile Werkzeuge.
Weitere Tests sollen länger laufende, appübergreifende Abläufe sowie Aufgaben auf realen Geräten abbilden. Nach Unternehmensangaben erreichen die Qwen-Intelligence-Agenten dort führende Ergebnisse, wobei die Werte aus der eigenen Evaluierungsumgebung von Alibaba stammen.
HONOR integriert Qwen in kommende KI-Smartphones
Gemeinsam mit HONOR soll Qwen Intelligence tiefer in MagicOS integriert werden. Ziel ist eine stärker agentische Betriebssystemarchitektur, in der KI nicht nur auf Anfragen reagiert, sondern komplexe Abläufe selbstständig koordiniert.
Alibaba zufolge erreichen die gemeinsam entwickelten HONOR-Systeme eine Aufgabenpräzision von bis zu 91,8 Prozent und können Prozesse mit mehr als 100 Einzelschritten orchestrieren. Die ersten entsprechenden Geräte sollen Ende September auf den Markt kommen.




