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Arzneimittel-Engpässe belasten Apotheken weiterhin stark

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Foto: BPI/Shutterstock_gerd-harder

Key takeaways

Apotheken in Deutschland leiden weiterhin unter massiven Lieferengpässen bei Arzneimitteln. Laut APOkix bleiben viele Medikamente schwer lieferbar, Austausch oft unmöglich. Das ALBVVG zeigt bislang wenig Wirkung. Die Branche klagt über Mehraufwand und sinkende Geschäftserwartungen – die Stimmung ist weiterhin angespannt.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Lieferengpässe bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln stellen Apotheken in Deutschland weiterhin vor erhebliche Herausforderungen. Laut aktuellem APOkix-Bericht des IFH Köln sehen sich 74 Prozent der befragten Apothekeninhaber in den letzten drei Monaten stark von Lieferschwierigkeiten betroffen – im Vorjahr lag der Wert sogar bei 92 Prozent. Trotz dieser leichten Verbesserung bleibt die Lage angespannt: Nur 12 Prozent erwarten in naher Zukunft eine deutliche Entspannung der Situation. Besonders problematisch sind die häufig unerwartet auftretenden Engpässe, die in neun von zehn Apotheken zu erheblichem Mehraufwand führen.

Austausch oft nicht möglich – bestimmte Medikamentengruppen besonders betroffen

Betroffen sind vor allem verschreibungspflichtige Medikamente, während frei verkäufliche Präparate seltener von Engpässen betroffen sind. Besonders häufig kam es zuletzt bei Psychopharmaka und Antidepressiva zu Lieferschwierigkeiten (88 %). Weitere stark betroffene Produktgruppen sind Blutdrucksenker (79 %), Cholesterinsenker (77 %), Medikamente gegen Demenz und Alzheimer (73 %) sowie Schilddrüsenpräparate (63 %). In etwa der Hälfte der Fälle können bestimmte Arzneien wie Schilddrüsen- oder Immunglobulinpräparate nicht ohne Weiteres durch Alternativen ersetzt werden.

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ALBVVG entfaltet bislang kaum Wirkung

Mit dem im Juli 2023 eingeführten Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) wollte der Gesetzgeber gegenzusteuern. Eine signifikante Verbesserung der Versorgungslage sehen bislang jedoch nur 22 Prozent der Apotheken. Zwar berichten 26 Prozent über weniger Retaxationen aufgrund engpassbedingter Medikamentenwechsel, doch fast jede zweite Apotheke kämpft weiterhin regelmäßig mit diesen finanziellen Rückforderungen. Zudem klagen 58 Prozent über einen gestiegenen organisatorischen Aufwand infolge der neuen Regelungen. Gleichzeitig erkennen 62 Prozent an, dass die Austauschregelungen ihre tägliche Arbeit im Umgang mit Engpässen zumindest erleichtern.

Stimmung in der Branche weiter gedämpft

Die angespannte Lage spiegelt sich auch in den aktuellen Konjunkturindizes wider. Der Index zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt im Januar um 8,9 auf 59,5 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sinken ebenfalls und erreichen mit 45,5 Punkten einen neuen Tiefstand. Die Zahlen unterstreichen die weiterhin kritische Stimmungslage in der Branche.

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