Mehrere Branchenverbände, darunter der HDE sowie UNITI, DEHOGA und der Hotelverband Deutschland (IHA), schlagen Alarm wegen steigender Kosten im bargeldlosen Zahlungsverkehr. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordern sie politische Maßnahmen, um Unternehmen vor zusätzlichen finanziellen Belastungen durch bestimmte Kartenprodukte zu schützen.
Wachsende Bedeutung von Kartenzahlungen
Die Nutzung von Debit-, Kredit- und Prepaidkarten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Diese Entwicklung wird von den Verbänden grundsätzlich begrüßt, da sie den Zahlungsverkehr effizienter gestaltet und den Kundenkomfort erhöht.
Gleichzeitig beobachten die Organisationen Veränderungen im Markt, insbesondere im Zusammenhang mit internationalen Kartensystemen. Diese führen aus ihrer Sicht zunehmend zu höheren Kosten für Unternehmen in verschiedenen Branchen.
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Firmenkarten treiben Gebühren nach oben
Im Fokus der Kritik stehen vor allem Firmenkreditkarten, bei denen häufig deutlich höhere Gebühren anfallen als bei klassischen Verbraucherkarten. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass bestimmte Firmenkarten nicht unter die europäischen Entgeltobergrenzen fallen.
Für viele Unternehmen bedeutet dies eine spürbare Belastung, insbesondere in margenschwachen Bereichen. Hinzu kommt, dass die Gebührenstruktur einzelner Kartenprodukte oft nicht transparent ist und somit schwer kalkulierbar bleibt.
Forderung nach regulatorischen Anpassungen
Vor diesem Hintergrund fordern die Verbände Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Unternehmen sollen künftig selbst entscheiden können, welche Kartenprodukte sie akzeptieren möchten.
Ziel ist es, wirtschaftlich nachteilige Zahlungsarten ablehnen zu können, ohne gleichzeitig auf das gesamte Kartensystem verzichten zu müssen. Dies würde aus Sicht der Verbände mehr Wettbewerb und Kostentransparenz ermöglichen.
Diskussion um Prepaid-Sachbezugskarten
Auch steuerbegünstigte Prepaidkarten geraten in den Fokus. Diese werden häufig für Sachbezüge wie Essensgutscheine eingesetzt und über internationale Kartennetze abgewickelt.
Die Verbände fordern eine konsequentere Anwendung bestehender Vorschriften, insbesondere im Hinblick auf vertragliche Vereinbarungen zwischen Kartenherausgebern und Akzeptanzstellen. Dadurch sollen Missbrauch und zusätzliche Kosten reduziert werden.
Handel sieht steigenden Kostendruck
Aus Sicht des Handels führen die aktuellen Entwicklungen dazu, dass ein wachsender Anteil der Erlöse durch Zahlungsgebühren aufgezehrt wird. Dies könnte langfristig auch Auswirkungen auf die Preisgestaltung für Verbraucher haben.
Die Verbände sehen daher dringenden Handlungsbedarf, um faire Wettbewerbsbedingungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sicherzustellen und die wirtschaftliche Belastung für Unternehmen zu begrenzen.



