Die monta Klebebandwerk GmbH aus Immenstadt im Allgäu hat am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Kempten (Allgäu) die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht. Gleichzeitig wurde die Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung beantragt. Das Insolvenzgericht reagierte einen Tag später und bestellte den Münchner Sanierungsexperten Dr. Marco Liebler von Gerloff Liebler Rechtsanwälte zum Gutachter. Er soll kurzfristig prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für das Eigenverwaltungsverfahren erfüllt sind. Mit einer Entscheidung des Gerichts rechnet die Unternehmensführung innerhalb der kommenden zwei Wochen.
Sanierung unter eigener Regie
Mit dem Antrag verfolgt monta einen klaren Sanierungsansatz: Anders als in einem klassischen Insolvenzverfahren soll die Geschäftsführung die operative Verantwortung behalten und die Restrukturierung eigenverantwortlich umsetzen. Unterstützt wird sie dabei von den Restrukturierungsexperten Vincenz von Braun und Gregorio Calocero von Anchor, die als Generalbevollmächtigte bestellt wurden.
Für die operative Stabilisierung zeichnet zudem der erst kürzlich eingesetzte Chief Restructuring Officer (CRO) Gunther Gerlach von Executive Interim Partners verantwortlich. Gemeinsam mit Geschäftsführer Lars Böhrnsen soll er sicherstellen, dass Produktion, Vertrieb und kaufmännische Abläufe während des Verfahrens ohne Unterbrechungen fortgeführt werden.
Nach Angaben des Unternehmens läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Finanzierung der Fortführung ist nach der vorgelegten Eigenverwaltungsplanung mindestens bis Ende Januar 2027 gesichert.
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Breite Unterstützung für den eingeschlagenen Kurs
Bemerkenswert ist die geschlossene Unterstützung der wesentlichen Stakeholder. Der Hauptfinanzierer hat seine Bereitschaft erklärt, die Sanierung im Rahmen der Eigenverwaltung finanziell zu begleiten. Auch die vorgesehenen Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses – darunter Vertreter der besicherten und unbesicherten Gläubiger, der Lieferanten sowie der Arbeitnehmer – tragen den eingeschlagenen Weg mit.
Ebenso eng eingebunden ist der Betriebsrat. Die Gesellschafter unterstützen den Sanierungskurs ebenfalls, obwohl sie sich nach Unternehmensangaben nicht an einer späteren Investorenlösung beteiligen werden.
Geschäftsführer Lars Böhrnsen sieht darin eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Restrukturierungsprozess. Die breite Unterstützung durch Finanzierer, Gläubiger und Arbeitnehmervertreter schaffe eine solide Grundlage, um das Unternehmen nachhaltig neu aufzustellen.
Operative Maßnahmen werden konsequent fortgesetzt
Die finanzielle Restrukturierung soll von einer operativen Neuausrichtung begleitet werden. Bereits eingeleitete Maßnahmen werden nach Unternehmensangaben konsequent weitergeführt. Dazu zählen insbesondere eine Bereinigung des Produktportfolios, die Optimierung von Produktion und Auftragsabwicklung, der Ausbau der Vertriebsaktivitäten im In- und Ausland sowie die Einleitung eines strukturierten Investorenprozesses.
Ziel ist eine langfristige Fortführung des Unternehmens, der Erhalt des Produktionsstandortes in Immenstadt sowie möglichst vieler Arbeitsplätze. Gleichzeitig soll durch eine erfolgreiche Sanierung eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger erreicht werden.
Die ausländischen Tochtergesellschaften in Ungarn und Rumänien sind von dem Insolvenzantrag unmittelbar nicht betroffen und setzen ihren Geschäftsbetrieb unverändert fort.
Traditionsunternehmen mit internationalem Geschäft
monta zählt zu den etablierten Herstellern von Verpackungs- und Industrieklebebändern. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1855 zurück, als in Immenstadt eine Bindfadenfabrik gegründet wurde. Seit den 1960er-Jahren konzentriert sich das Unternehmen auf die Herstellung von Klebebändern und entwickelte sich insbesondere bei Naturkautschuk-Klebebändern zu einem international tätigen Spezialisten.
Heute produziert und vertreibt monta seine Produkte von Standorten in Deutschland, Ungarn und Rumänien aus und beliefert Kunden in zahlreichen internationalen Märkten. Am Stammsitz in Immenstadt beschäftigt das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter.



