Bitkom unterstützt grundsätzlich die geplante Einführung einer Kassenpflicht für Unternehmen und Selbstständige ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro. Der Digitalverband sieht darin ein Instrument gegen Steuerhinterziehung und für faireren Wettbewerb, fordert zugleich aber ähnlich wie der HDE Nachbesserungen am Gesetzentwurf.
Nach den Plänen sollen betroffene Unternehmen ihre Verkäufe künftig verpflichtend über elektronische Kassensysteme erfassen. Bitkom verbindet damit auch Chancen für die weitere Digitalisierung im Handel, warnt jedoch vor zusätzlichem Aufwand für Unternehmen.
Bitkom fordert eindeutige Regeln für betroffene Unternehmen
Aus Sicht des Verbands muss im Gesetz klar festgelegt werden, für welche Betriebe die Kassenpflicht konkret gilt. Ebenso müssten die technischen Anforderungen an die eingesetzten Systeme eindeutig und praxistauglich formuliert sein.
Unternehmen benötigen nach Einschätzung des Verbands zudem ausreichend Zeit für die Umstellung. Gerade kleinere Betriebe könnten andernfalls mit kurzfristigen Investitionen und zusätzlichem organisatorischem Aufwand konfrontiert werden.
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Einheitliche Standards statt technischer Insellösungen
Bitkom warnt vor unterschiedlichen technischen Lösungen, die nicht miteinander kompatibel sind. Kassensysteme, digitale Belege und Zahlungsinfrastruktur sollten so gestaltet werden, dass sie möglichst nahtlos zusammenspielen.
Einheitliche Vorgaben könnten den Aufwand für Händler und Dienstleister reduzieren und verhindern, dass mehrere voneinander unabhängige Systeme angeschafft werden müssen. Gleichzeitig ließen sich digitale Belege leichter speichern und wiederfinden.
Elektronisches Bezahlen soll breiter verfügbar werden
Der Verband begrüßt zudem Pläne für mehr Wahlfreiheit beim Bezahlen. Nach einer Bitkom-Umfrage sprechen sich 84 Prozent der Menschen in Deutschland dafür aus, Geschäfte gesetzlich dazu zu verpflichten, neben Bargeld mindestens eine elektronische Zahlungsoption anzubieten.
Händlern, Gastronomen und Dienstleistungsunternehmen empfiehlt Bitkom deshalb, anstehende Investitionen in Kassensysteme mit der Einführung oder Modernisierung digitaler Bezahlmöglichkeiten zu verbinden.
Digitalisierung und Steuerkontrolle sollen zusammengeführt werden
Mit der geplanten Kassenpflicht verbindet Bitkom zwei Ziele: eine bessere Nachvollziehbarkeit von Umsätzen und eine Modernisierung der technischen Infrastruktur im Handel. Elektronisch erfasste Verkäufe sollen Manipulationen erschweren und damit zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung beitragen.
Entscheidend für die praktische Umsetzung seien jedoch klare Vorgaben und ausreichend Vorlauf. Aus Sicht des Verbands sollte die Reform deshalb so ausgestaltet werden, dass Betriebe nicht durch unnötige Doppelstrukturen und uneinheitliche technische Anforderungen belastet werden.




