Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Wirtschaft in der Breite angekommen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung setzen inzwischen 57 Prozent der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten KI ein.
Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 36 Prozent, 2024 sogar erst bei 20 Prozent. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren aktuell den Einsatz. Nur noch vier Prozent der Unternehmen geben an, dass KI für sie kein Thema sei.
Nutzung steigt deutlich, Reifegrad bleibt gering
Trotz der starken Verbreitung sieht sich die große Mehrheit der Unternehmen noch am Anfang. Kein Unternehmen mit KI-Einsatz gibt an, das Potenzial der Technologie vollständig auszuschöpfen.
Nur drei Prozent bewerten ihre Nutzung als eher stark. 28 Prozent nutzen die Möglichkeiten nach eigener Einschätzung wenig, 59 Prozent sogar überhaupt nicht.
Damit verschiebt sich die Herausforderung von der Einführung zur Skalierung. Entscheidend wird zunehmend, KI tiefer in Prozesse, Entscheidungen und Geschäftsmodelle zu integrieren.
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KI verbessert Wettbewerbsfähigkeit und Prozesse
Unternehmen, die KI bereits einsetzen, berichten häufig von messbaren Vorteilen. 66 Prozent sehen eine verbesserte Wettbewerbsposition, 48 Prozent schnellere interne Prozesse und 45 Prozent einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg.
40 Prozent geben an, dass sich die Qualität ihrer Produkte oder Dienstleistungen verbessert habe. 36 Prozent haben mithilfe von KI neue Angebote entwickelt.
Am häufigsten kommt KI weiterhin im Kundenkontakt zum Einsatz. 72 Prozent der Anwender nutzen sie dort, 54 Prozent in Marketing und Kommunikation. Gleichzeitig wächst die Nutzung in Bereichen wie Wissensmanagement, Controlling, Vertrieb und IT.
KI-Agenten rücken stärker in den Fokus
Ein neues Wachstumsfeld sind KI-Agenten, die Aufgaben eigenständig ausführen und nicht nur auf einzelne Anfragen reagieren.
Elf Prozent der Unternehmen, die KI nutzen, planen oder diskutieren, setzen solche Agenten bereits ein. 29 Prozent planen den Einsatz, weitere 31 Prozent beschäftigen sich damit.
Damit könnte sich die nächste Entwicklungsstufe der KI-Nutzung bereits abzeichnen. Voraussetzung sind allerdings belastbare Daten, vernetzte Systeme und klare Regeln für automatisierte Entscheidungen.
Kosten entstehen vor allem bei Infrastruktur und Integration
45 Prozent aller Unternehmen geben 2026 mehr Geld für KI aus als im Vorjahr. Nur drei Prozent reduzieren ihre Ausgaben.
Die größten Kosten entstehen dabei nicht primär durch Softwarelizenzen. 51 Prozent der KI-Anwender nennen Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung als großen Kostenfaktor, 50 Prozent die Datenaufbereitung und 41 Prozent die Integration in bestehende Systeme.
Lizenzen und Abonnements spielen für 21 Prozent eine große Rolle. Der eigentliche Aufwand liegt damit vor allem in der technischen und organisatorischen Einbettung von KI.
Fachwissen und Regulierung bleiben zentrale Hürden
Unternehmen ohne KI-Einsatz nennen fehlendes technisches Know-how mit 85 Prozent als größtes Hindernis. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheit, schwer kalkulierbare Kosten und fehlende personelle Ressourcen.
Bei Unternehmen mit KI-Nutzung verschieben sich die Probleme. 66 Prozent nennen Datenschutzanforderungen, 56 Prozent rechtliche Unsicherheiten und 54 Prozent schwer kalkulierbare Kosten als Hemmnisse.
Auch der AI Act beschäftigt die Wirtschaft stärker. 37 Prozent gehen inzwischen davon aus, unmittelbar betroffen zu sein. Von den betroffenen oder noch prüfenden Unternehmen erwarten 89 Prozent einen hohen Umsetzungsaufwand.




