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Breitbandmessung: Internetleistung bleibt oft unter Vertrag

5G Symbolik
Foto: Zz / Pexels

Key takeaways

Zwischen Anspruch und Realität klafft bei vielen Internetanschlüssen weiterhin eine Lücke. Während das Festnetz oft hinter den Erwartungen bleibt, sorgt der Ausbau von 5G im Mobilfunk für Fortschritte.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Ergebnisse der aktuellen Breitbandmessung zeigen ein gemischtes Bild für die Internetversorgung in Deutschland. Während sich im Mobilfunk durch den Ausbau von 5G deutliche Fortschritte abzeichnen, erreichen viele Festnetzanschlüsse weiterhin nicht die vertraglich zugesicherte Leistung.

Festnetzanschlüsse liefern häufig weniger als versprochen

Im Berichtszeitraum von Oktober 2024 bis September 2025 wurden über 184.000 valide Messungen für stationäre Anschlüsse ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass 85,9 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer zumindest die Hälfte der vereinbarten Downloadgeschwindigkeit erreichen. Allerdings gelingt es nur 45,9 Prozent, die volle vertraglich zugesicherte Datenrate zu erzielen oder zu übertreffen.

Auch im Upload ergibt sich ein ähnliches Bild: Knapp 89,4 Prozent erreichen mindestens die Hälfte der vereinbarten Geschwindigkeit, während lediglich 42,7 Prozent die volle Leistung erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier sogar eine leichte Verschlechterung erkennbar. Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die tatsächliche Internetleistung vielfach hinter den Erwartungen zurückbleibt.

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Regionale Unterschiede bleiben deutlich sichtbar

Ein klarer Unterschied zeigt sich weiterhin zwischen städtischen und ländlichen Regionen. In Städten erreichen rund 62,7 Prozent der Nutzer mindestens 90 Prozent der vereinbarten Geschwindigkeit. In halbstädtischen Gebieten liegt dieser Anteil bei 60,8 Prozent, während ländliche Regionen mit 59,4 Prozent weiterhin zurückfallen.

Zwar haben sich die Werte in allen Bereichen leicht verbessert, insbesondere im halbstädtischen Raum, dennoch bleibt das Stadt-Land-Gefälle ein strukturelles Problem. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Ausbau leistungsfähiger Netze außerhalb urbaner Zentren weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellt.

Mobilfunk: 5G treibt Leistungsniveau deutlich nach oben

Im Mobilfunkbereich wurden über 766.000 Messungen ausgewertet. Besonders auffällig ist der starke Anstieg von 5G-Messungen, die inzwischen einen großen Anteil ausmachen. Die Technologie ermöglicht deutlich höhere Datenraten als 4G und zeigt insbesondere in den oberen Bandbreiteklassen klare Vorteile.

Ein Großteil der 5G-Messungen liegt in Bereichen oberhalb von 200 Mbit/s, häufig werden sogar höhere Geschwindigkeiten erreicht als ursprünglich vertraglich zugesichert. Im direkten Vergleich schneidet 5G in nahezu allen relevanten Kennzahlen besser ab als 4G – sowohl bei der Geschwindigkeit als auch bei den Latenzzeiten.

Gleichzeitig zeigen sich zwischen den Anbietern weiterhin Unterschiede, insbesondere in stark nachgefragten Bandbreiteklassen. Dennoch lässt sich insgesamt ein deutlicher Fortschritt beim Ausbau und der Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze feststellen.

Nutzerzufriedenheit und technische Qualität

Die Mehrheit der Nutzer bewertet ihre Internetanschlüsse weiterhin positiv. Im Festnetz zeigen sich rund 79 Prozent zufrieden, während im Mobilfunk ebenfalls überwiegend gute Bewertungen vergeben werden. Dabei besteht ein klarer Zusammenhang zwischen tatsächlicher Leistung und Zufriedenheit: Wer höhere Geschwindigkeiten erreicht, bewertet seinen Anschluss in der Regel besser.

Neben der Geschwindigkeit spielt auch die Latenz eine wichtige Rolle. Im Festnetz erreichen über 96 Prozent der Nutzer eine Laufzeit von maximal 40 Millisekunden, was insbesondere für Anwendungen wie Videotelefonie oder Online-Gaming relevant ist. Im Mobilfunk liegen die Werte zwar höher, verbessern sich jedoch mit dem Ausbau von 5G ebenfalls spürbar.

Die Ergebnisse der Breitbandmessung basieren auf freiwilligen Messungen von Nutzerinnen und Nutzern und sind daher nicht repräsentativ für die gesamte Versorgungssituation in Deutschland. Sie geben jedoch einen realitätsnahen Einblick in die tatsächlich erlebte Leistung von Internetanschlüssen im Alltag.

Die Daten zeigen deutlich, dass Fortschritte beim Netzausbau – insbesondere im Mobilfunk – sichtbar werden, gleichzeitig aber weiterhin strukturelle Defizite bestehen. Vor allem im Festnetz und in ländlichen Regionen bleibt die Diskrepanz zwischen vertraglicher Zusage und realer Leistung eine zentrale Herausforderung.

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