Der US-Investmentkonzern Apollo Global Management ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das Unternehmen bestätigte, dass bereits im Juli Angreifer durch eine Social-Engineering-Attacke Zugriff auf Teile der Cloud-Infrastruktur erlangten und dabei personenbezogene Daten entwendeten. Der Vorfall reiht sich in eine Serie gezielter Angriffe auf große Finanz- und Private-Equity-Unternehmen ein, vor denen Sicherheitsforscher bereits vor wenigen Wochen gewarnt hatten.
Angreifer verschafften sich Zugang zur Cloud
Wie Techcrunch berichtet, erfolgte nach Angaben des Unternehmens erfolgte der unbefugte Zugriff zwischen dem 6. und 10. Juli 2026. Die Hacker nutzten eine Social-Engineering-Methode, um Zugang zur Cloud-Umgebung von Apollo zu erhalten. Anschließend entwendeten sie personenbezogene Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Kontaktinformationen einschließlich Privatadressen sowie Sozialversicherungsnummern.
Aus der an die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft übermittelten Mitteilung geht jedoch nicht hervor, welche Personengruppen konkret betroffen sind. Offen blieb unter anderem, ob sich die gestohlenen Daten auf Mitarbeiter von Apollo oder auf Beschäftigte von Portfoliounternehmen beziehen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Finanzunternehmen stehen verstärkt im Fokus
Apollo zählt mit einem verwalteten Vermögen von rund 938 Milliarden US-Dollar zu den weltweit größten Private-Equity-Gesellschaften und ist unter anderem Eigentümer von END, Clothing und dem UK-Paketdienstleister Evri sowie Mehrheitseigner des spanischen Fußballclubs Athletico Madrid. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 5.000 Mitarbeiter.
Der bestätigte Sicherheitsvorfall folgt auf Warnungen von Google-Sicherheitsforschern, die im Juli eine breit angelegte Angriffswelle auf Finanzdienstleister und Beteiligungsgesellschaften beschrieben hatten. Neben Apollo sollen auch Unternehmen wie Blackstone, Bridgewater und Bain Capital Ziel entsprechender Attacken gewesen sein. Ob diese Unternehmen ebenfalls erfolgreich kompromittiert wurden, ist bislang nicht bekannt.
Social Engineering bleibt zentrale Angriffsmethode
Den Sicherheitsanalysen zufolge setzen die Angreifer vor allem auf Social Engineering. Dabei geben sie sich beispielsweise telefonisch als Mitarbeiter des IT-Supports aus und bewegen Beschäftigte dazu, Passwörter oder Mehrfaktor-Authentifizierungscodes auf gefälschten Anmeldeseiten einzugeben.
Mit den erbeuteten Zugangsdaten verschaffen sich die Täter Zugriff auf Unternehmensnetzwerke und Cloud-Dienste. Nach dem Datendiebstahl fordern sie Lösegeld und drohen andernfalls mit der Veröffentlichung der gestohlenen Informationen.
Erpressung nach Datendiebstahl
Laut Google treten die Täter unter verschiedenen Bezeichnungen wie Falcon, Helix, Pink oder Redact auf. Ziel der Angriffe ist es, sensible Unternehmens- und Personendaten zu entwenden und anschließend finanziellen Druck auf die betroffenen Unternehmen auszuüben.
Nach Angaben der Sicherheitsforscher erzielten die Hacker bei einzelnen Angriffen Lösegeldzahlungen von bis zu 750.000 US-Dollar. Ob Apollo auf entsprechende Forderungen eingegangen ist, teilte das Unternehmen bislang nicht mit. Auch weitere Details zum Umfang des Vorfalls oder zu möglichen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wurden zunächst nicht veröffentlicht.



