Smart Glasses wecken in Deutschland wachsendes Interesse, gleichzeitig bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Während sich 43 Prozent der Befragten vorstellen können, smarte Brillen selbst zu nutzen oder bereits Erfahrungen damit gesammelt haben, lehnt eine deutliche Mehrheit heimliche Foto- oder Videoaufnahmen durch andere ab. Besonders wichtig ist den Befragten, dass laufende Aufnahmen für Außenstehende jederzeit eindeutig erkennbar sind.
Viele können sich die Nutzung selbst vorstellen
Nach den Ergebnissen der Befragung haben 15 Prozent der Deutschen Smart Glasses bereits ausprobiert oder genutzt. Weitere 28 Prozent würden eine solche Brille gerne verwenden. Insgesamt zeigen sich damit 43 Prozent offen für die Technologie. Für 52 Prozent kommt das Tragen intelligenter Brillen dagegen derzeit nicht infrage.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Interesse an Smart Glasses wächst. Gleichzeitig hängt die gesellschaftliche Akzeptanz nach Einschätzung des Bitkom maßgeblich davon ab, wie transparent Hersteller mit Aufnahmefunktionen umgehen und welche Schutzmechanismen für die Privatsphäre integriert werden.
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Heimliche Aufnahmen bereiten große Sorgen
Die größte Skepsis richtet sich gegen mögliche Foto- und Videoaufnahmen durch andere Nutzer. 76 Prozent der Befragten möchten nicht, dass sie mit Smart Glasses aufgenommen werden. Dieser Wert liegt bei den 16- bis 29-Jährigen bei 71 Prozent und steigt in der Altersgruppe ab 65 Jahren auf 79 Prozent. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich dabei nur geringe Unterschiede.
Auch im privaten Umfeld ist die Zurückhaltung groß. 62 Prozent würden Personen mit Smart Glasses nicht in ihre Wohnung oder ihr Haus lassen. Die Sorge vor unbemerkten Aufnahmen zählt damit zu den größten Akzeptanzhemmnissen für die neue Geräteklasse.
Klare Kennzeichnung von Aufnahmen gewünscht
Ein breiter Konsens besteht bei der Forderung nach transparenter Kennzeichnung. 82 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass Smart Glasses eindeutig anzeigen, wenn sie Bild- oder Tonaufnahmen erstellen. Dieser Wunsch zieht sich durch nahezu alle Altersgruppen und wird sowohl von Männern als auch von Frauen mit großer Mehrheit unterstützt.
Nach Angaben des Bitkom verfügen aktuelle Modelle in der Regel bereits über LED-Anzeigen, die laufende Aufnahmen signalisieren. Bei vielen Geräten wird die Kamerafunktion automatisch deaktiviert, wenn diese Anzeige verdeckt wird.
Bitkom fordert klare Regeln statt Verbote
Aus Sicht des Digitalverbands sollten Smart Glasses nicht grundsätzlich eingeschränkt werden, wie es die Organisation HateAid mit ihrer Klage gegen Meta erreichen will. Stattdessen seien technische Lösungen und eindeutige gesetzliche Vorgaben erforderlich, um Innovation und Datenschutz miteinander zu verbinden.
Dazu gehören nach Auffassung des Verbands sichtbare Hinweise auf laufende Aufnahmen, datenschutzfreundliche Produktentwicklung sowie wirksame Sanktionen gegen heimliche Bild- und Tonaufzeichnungen. Gleichzeitig verweist Bitkom darauf, dass Kameras bereits heute in vielen Alltagsgeräten wie Smartphones, Dashcams oder Bodycams verbreitet sind und Smart Glasses deshalb im Gesamtkontext betrachtet werden sollten.


