Nachdem zunächst nur bekannt war, dass Depot sein Filialnetz erneut verkleinern muss, liegt nun erstmals eine vollständige Übersicht vor. Das Unternehmen hat auf seiner Website eine offizielle Liste der betroffenen Standorte veröffentlicht. Unter der Rubrik „Filialschließungen“ heißt es, man müsse sich „schweren Herzens“ in Kürze von zahlreichen Filialen trennen.
66 Standorte in ganz Deutschland betroffen
Insgesamt sind 66 Filialen quer durch Deutschland von den Schließungen betroffen. Die Liste reicht von Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart bis hin zu mittelgroßen Städten wie Bayreuth, Kempten, Passau oder Zwickau. Ein Großteil der betroffenen Geschäfte befindet sich in Einkaufszentren oder stark frequentierten Innenstadtlagen.
Bereits zuvor hatten zahlreiche Lokalmedien über Räumungsverkäufe einzelner Filialen berichtet. Mit der nun veröffentlichten Übersicht schafft das Unternehmen erstmals umfassende Transparenz für Kunden, Beschäftigte und Vermieter.
Parallel dazu bewirbt Depot aktuell einen umfassenden Abverkauf. Sowohl im Onlineshop als auch in ausgewählten Filialen werden Rabatte von bis zu 40 Prozent auf große Teile des Sortiments gewährt. Dies gilt als deutlicher Hinweis darauf, dass die Restrukturierung inzwischen in die operative Phase eingetreten ist.
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Zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit
Die Filialschließungen sind eine direkte Folge der erneuten Insolvenz der GDC Deutschland GmbH, die hinter der Marke Depot steht. Bereits im Mai hatte Geschäftsführer Christian Gries beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht genehmigte die vorläufige Eigenverwaltung, wodurch die Unternehmensführung im Amt bleibt, jedoch unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters steht.
Bemerkenswert ist die Entwicklung vor allem deshalb, weil Depot erst Anfang 2025 ein vorheriges Sanierungsverfahren abgeschlossen hatte. Im Zuge dessen wurde das Filialnetz bereits deutlich reduziert – von über 400 auf rund 155 Standorte in Deutschland. Die aktuellen Schließungen markieren nun einen weiteren tiefgreifenden Einschnitt.
Anhaltende strukturelle Herausforderungen
Die erneute Insolvenz verdeutlicht, dass die bisherigen Maßnahmen die wirtschaftlichen Probleme nicht dauerhaft lösen konnten.
Wie viele stationäre Non-Food-Händler steht auch Depot unter erheblichem Druck: Konsumzurückhaltung, steigende Kosten entlang der Lieferketten, wachsender Wettbewerb durch internationale Onlineplattformen sowie rückläufige Besucherfrequenzen in Innenstädten belasten das Geschäft nachhaltig.
Unternehmenschef Christian Gries verwies im Zuge des Insolvenzantrags insbesondere auf gestiegene Importkosten und zunehmenden Preisdruck durch asiatische Onlineanbieter. Gleichzeitig gerät das klassische Filialmodell vieler Handelsunternehmen angesichts veränderter Konsumgewohnheiten zunehmend unter Druck.
Filialnetz schrumpft auf 89 Standorte
Nach Umsetzung der angekündigten Schließungen wird Depot in Deutschland noch 89 Filialen betreiben. Ob damit die Restrukturierung abgeschlossen ist, bleibt offen. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, sämtliche Standorte und bestehende Mietverträge zu überprüfen sowie das Geschäftsmodell weiter anzupassen.
Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet die Entwicklung erhebliche Unsicherheit. Bereits im Zuge der ersten Insolvenz waren zahlreiche Arbeitsplätze weggefallen und interne Strukturen verschlankt worden. Die aktuelle Schließungsliste stellt einen weiteren tiefen Einschnitt in der Unternehmensgeschichte dar.
Ob das deutlich verkleinerte Filialnetz ausreicht, um Depot langfristig wieder auf einen profitablen Kurs zu bringen, wird sich erst im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens zeigen.


