Der deutsche Außenhandel hat im Februar 2026, also noch vor Beginn des Iran-Kriegs, spürbar an Dynamik gewonnen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent, während die Importe sogar um 4,7 Prozent zulegten.
Exporte und Importe wachsen deutlich
Insgesamt wurden Waren im Wert von 135,2 Milliarden Euro exportiert und 115,4 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein Plus von 2,9 Prozent bei den Exporten und 1,5 Prozent bei den Importen.
Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 19,8 Milliarden Euro, leicht unter dem Wert des Vormonats, aber deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
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Starke Impulse aus dem EU-Handel
Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel innerhalb der Europäischen Union. Die Exporte in EU-Staaten stiegen um 5,8 Prozent, während die Importe um 5,1 Prozent zulegten.
Innerhalb der Eurozone erhöhten sich die Ausfuhren um 5,2 Prozent, während die Einfuhren um 4,5 Prozent wuchsen. Noch stärker fiel das Wachstum im Handel mit EU-Ländern außerhalb der Eurozone aus.
Schwächeres Wachstum im Handel mit Drittstaaten
Der Handel mit Ländern außerhalb der EU entwickelte sich weniger dynamisch. Die Exporte in sogenannte Drittstaaten stiegen lediglich um 0,8 Prozent, während die Importe um 4,4 Prozent zulegten.
Diese Entwicklung zeigt, dass die Impulse im Außenhandel aktuell vor allem aus dem europäischen Binnenmarkt kommen.
Rückgänge bei wichtigen Exportmärkten
Trotz des insgesamt positiven Trends verzeichneten einige wichtige Absatzmärkte Rückgänge. Die Exporte in die USA, den größten Einzelmarkt, sanken um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und lagen auch deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Auch die Ausfuhren nach China gingen zurück. Dagegen entwickelten sich die Exporte in das Vereinigte Königreich positiv.
Importdynamik aus China und den USA
Auf der Importseite dominieren weiterhin China und die USA als wichtigste Handelspartner. Die Einfuhren aus China stiegen um 6,5 Prozent, während die Importe aus den USA um 9,8 Prozent zunahmen.
Auch das Vereinigte Königreich verzeichnete ein spürbares Wachstum bei den Exporten nach Deutschland.
Sonderentwicklung im Russlandhandel
Auffällig ist die Entwicklung im Handel mit Russland. Während die Exporte deutlich zulegten, gingen die Importe erneut zurück. Dies unterstreicht die weiterhin strukturellen Veränderungen in den Handelsbeziehungen.
Außenhandel bleibt zentraler Konjunkturfaktor
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Außenhandel weiterhin ein wichtiger Stabilitätsfaktor für die deutsche Wirtschaft bleibt. Gleichzeitig verdeutlichen regionale Unterschiede und schwankende Exportmärkte die anhaltenden Unsicherheiten im globalen Umfeld.
Die stärkere Importdynamik könnte zudem auf eine steigende inländische Nachfrage oder veränderte Lieferketten hinweisen.
Ausblick: Gemischte Signale für die kommenden Monate
Die Entwicklung im Februar liefert positive Impulse, bleibt jedoch uneinheitlich. Während der EU-Handel kräftig wächst, bremsen schwächere globale Märkte die Dynamik.
Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob sich die Erholung im Außenhandel verstetigt oder externe Risiken erneut für Gegenwind sorgen.


