Der deutsche Einzelhandel hat im September 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die kalender- und saisonbereinigten Erlöse preisbereinigt um 2,0 Prozent unter dem Augustniveau. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung betrug das Minus 1,5 Prozent.
Auch gegenüber September 2025 entwickelte sich das Geschäft schwächer. Während der reale Umsatz um 2,3 Prozent zurückging, stiegen die nominalen Erlöse um 1,2 Prozent. Die unterschiedlichen Entwicklungen verdeutlichen den Einfluss der Preisveränderungen auf die Umsatzstatistik.
September-Rückgang folgt auf Umsatzplus im August
Der aktuelle Rückgang folgt auf einen vergleichsweise starken Vormonat. Für August 2026 meldet Destatis nach revidierten Berechnungen einen realen Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent gegenüber Juli. Nominal legten die Erlöse um 1,6 Prozent zu.
Die ursprünglich veröffentlichten Augustwerte wurden damit geringfügig nach unten korrigiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hatte der Einzelhandel im August real 0,3 Prozent weniger und nominal 2,8 Prozent mehr umgesetzt.
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Lebensmittelhandel verliert gegenüber August und Vorjahr
Im Lebensmitteleinzelhandel gingen die kalender- und saisonbereinigten Umsätze im September gegenüber August preisbereinigt um 1,4 Prozent zurück. Nominal betrug der Rückgang 1,1 Prozent.
Auch im Jahresvergleich entwickelte sich das Geschäft rückläufig. Gegenüber September 2025 sanken die realen Erlöse um 1,1 Prozent, während der nominale Umsatz um 0,5 Prozent abnahm.
Damit verzeichnete der Lebensmittelhandel sowohl mengen- beziehungsweise preisbereinigt als auch nach tatsächlichen Verkaufserlösen eine negative Entwicklung.
Nonfood-Handel mit überdurchschnittlichem Umsatzminus
Deutlicher fiel der Rückgang im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln aus. Hier lagen die realen Umsätze im September 2,4 Prozent unter dem Vormonatswert. Nominal wurde ein Minus von 1,9 Prozent registriert.
Gegenüber September 2025 verlor der Nonfood-Handel preisbereinigt 2,8 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die nominalen Erlöse um 1,7 Prozent.
Die Zahlen zeigen, dass höhere Umsätze in Euro nicht zwangsläufig mit einer entsprechenden Verbesserung der realen Geschäftsentwicklung verbunden sind.
Onlinehandel wächst trotz schwachem September
Auch der Internet- und Versandhandel konnte sich dem monatlichen Abwärtstrend nicht entziehen. Gegenüber August sanken die preisbereinigten Umsätze im September um 2,2 Prozent. Nominal betrug der Rückgang 2,0 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat entwickelte sich das Geschäft jedoch deutlich besser als der gesamte Einzelhandel. Der Online- und Versandhandel erzielte real ein Umsatzplus von 4,4 Prozent und nominal einen Zuwachs von 5,7 Prozent.
Damit blieb der Distanzhandel auf Jahressicht ein Wachstumsbereich, obwohl auch dieses Segment im September gegenüber dem Vormonat nachgab.
Tankstellen mit besonders starkem realem Rückgang
Eine auffällige Entwicklung verzeichnete der Tankstellenhandel. Gegenüber August sank der reale Umsatz um 3,4 Prozent, während die nominalen Erlöse um 2,1 Prozent zunahmen.
Noch größer war die Abweichung im Jahresvergleich. Preisbereinigt gingen die Umsätze um 9,3 Prozent zurück, nominal stiegen sie dagegen um 16,2 Prozent.
Bei der Einordnung ist zu berücksichtigen, dass die Tankstellenstatistik neben Kraftstoffverkäufen auch die Umsätze der angeschlossenen Shops umfasst.
Preisentwicklung prägt das Umsatzbild
Die Septemberdaten zeigen eine rückläufige reale Umsatzentwicklung in sämtlichen ausgewiesenen Handelssegmenten. Besonders ausgeprägt waren die Verluste im Nonfood-Handel und bei Tankstellen.
Während der stationäre Handel insgesamt unter dem Vorjahresniveau blieb, konnte der Internet- und Versandhandel seine realen Erlöse im Jahresvergleich steigern. Die endgültige Bewertung der Septemberentwicklung bleibt von möglichen Revisionen der vorläufigen Destatis-Daten abhängig.





