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Massiver Rückgang: Steigende Speicherpreise belasten PC-Markt

Mehrere Laptops mit Karton
Symbolbild - Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Laut neuen Prognosen sinken die weltweiten PC-Auslieferungen um 21 Prozent. Lenovo bleibt Marktführer, während Apple und ASUS Marktanteile gewinnen. Steigende Komponentenpreise belasten die Nachfrage.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der weltweite PC-Markt verzeichnet einen deutlichen Absatzrückgang. Nach vorläufigen Zahlen von Counterpoint Research sanken die Auslieferungen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 57 Millionen Geräte. Im Vergleich zum zweiten Quartal betrug das Minus 13,8 Prozent.

Als wesentliche Ursachen nennt das Marktforschungsunternehmen steigende Preise für Arbeitsspeicher und andere Komponenten. Dadurch verteuern sich neue Computer, während insbesondere private Verbraucher geplante Ersatzkäufe verschieben.

Geschäftskunden können Nachfragerückgang nicht ausgleichen

Während die Nachfrage im Privatkundengeschäft schwach bleibt, entwickelt sich das Geschäft mit Unternehmen vergleichsweise stabil. Hier unterstützen der Austausch älterer Geräteflotten und die Umstellung auf neuere Windows-Versionen weiterhin den Absatz.

Allerdings reichen diese Investitionen nicht aus, um die rückläufigen Bestellungen privater Haushalte auszugleichen. Zusätzlich erschwert ein statistischer Basiseffekt den Jahresvergleich: Im dritten Quartal 2025 hatten vorgezogene Anschaffungen im Zusammenhang mit dem Supportende von Windows 10 und zollbedingte Lageranpassungen die Auslieferungen gestützt.

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Lenovo bleibt mit 26,3 Prozent Marktanteil führend

Trotz eines Absatzrückgangs um 23 Prozent behauptet Lenovo seine Spitzenposition. Der Hersteller lieferte im dritten Quartal 15 Millionen PCs aus und erreichte damit einen weltweiten Marktanteil von 26,3 Prozent.

HP folgt mit 10,3 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 18,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal gingen die Auslieferungen um 31 Prozent zurück, der stärkste Rückgang unter den sechs größten Herstellern.

Dell belegt mit 7,6 Millionen ausgelieferten Computern den dritten Platz. Das entspricht einem Marktanteil von 13,3 Prozent und einem Absatzminus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Apple und ASUS gewinnen trotz rückläufiger Verkäufe

Deutlich widerstandsfähiger zeigen sich Apple und ASUS. Apple lieferte 5,6 Millionen Macs aus und verzeichnete damit einen Rückgang von elf Prozent, während der Markt insgesamt um 21 Prozent schrumpfte.

Der Marktanteil des Unternehmens erhöhte sich von 8,7 auf 9,8 Prozent. Nach Einschätzung von Counterpoint trug insbesondere das MacBook Neo dazu bei, die Absatzentwicklung zu stabilisieren.

ASUS erreichte mit 5,2 Millionen Geräten einen Marktanteil von 9,2 Prozent, nach 7,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen sanken im Jahresvergleich lediglich um sieben Prozent und stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 19,4 Prozent.

Zusammen vereinen Lenovo, HP, Dell, Apple und ASUS rund 76,7 Prozent der weltweiten PC-Auslieferungen auf sich. Die übrigen Hersteller kamen auf 13,3 Millionen Geräte und verzeichneten einen Rückgang um 16 Prozent.

Steigende Speicherpreise verteuern neue Computer

Counterpoint sieht die anhaltende Verteuerung wichtiger Komponenten als zentrale Belastung für die Branche. Insbesondere höhere Speicherpreise erhöhen die Produktionskosten und erschweren es Herstellern, preisgünstige Geräte anzubieten.

Gleichzeitig konzentrieren sich Anbieter stärker auf Produktkonfigurationen, mit denen sich steigende Materialkosten wirtschaftlich besser auffangen lassen. Dadurch könnte das Angebot erschwinglicher Computer weiter eingeschränkt werden.

Für preissensible Käufer verlängern sich damit die Austauschzyklen. Selbst wenn ältere Geräte technisch ersetzt werden müssten, können höhere Anschaffungskosten dazu führen, dass Investitionen aufgeschoben werden.

Counterpoint erwartet 27 Prozent Absatzminus im vierten Quartal

Für das Schlussquartal 2026 prognostiziert Counterpoint einen weiteren Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit dürfte sich die Marktschwäche zum Jahresende nochmals verstärken.

Auch für 2027 rechnen die Analysten nicht mit einer deutlichen Erholung. Die weltweiten Auslieferungen sollen im Gesamtjahr ungefähr auf dem Niveau von 2026 verharren und sich damit auf einer niedrigeren Absatzbasis stabilisieren.

KI-PCs bieten Chancen, lösen Preisprobleme aber nicht

Neue Produktkategorien wie KI-fähige Computer und Geräte mit hochwertigen Displays könnten zusätzliche Kaufanreize schaffen. Nach Einschätzung von Counterpoint wird jedoch entscheidend sein, ob Hersteller technische Innovationen mit wettbewerbsfähigen Preisen verbinden können.

Für die Branche entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen Margensicherung und Erschwinglichkeit. Unternehmen müssen ihre Lieferketten und Produktportfolios an höhere Komponentenkosten anpassen, während Verbraucher zunehmend auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten.

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