Die Agrar- und Lebensmittelausfuhren der Europäischen Union haben im Jahr 2025 trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission zum Agrar- und Lebensmittelhandel hervor.
Exporte steigen auf Rekordniveau
Die EU exportierte im Jahr 2025 Agrar- und Lebensmittelprodukte im Gesamtwert von 238,4 Milliarden Euro. Damit lagen die Ausfuhren rund ein Prozent beziehungsweise 2,3 Milliarden Euro über dem Niveau des Vorjahres.
Das Vereinigte Königreich blieb mit Abstand der wichtigste Handelspartner und nahm 23 Prozent der gesamten EU-Ausfuhren ab. Der Exportwert in das Vereinigte Königreich lag bei 55,6 Milliarden Euro.
Neben dem britischen Markt verzeichneten auch andere Länder deutliche Zuwächse. Besonders stark wuchsen die Ausfuhren in die Schweiz, die um 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise sieben Prozent zunahmen. Auch die Exporte in die Türkei legten deutlich zu und stiegen um 1,1 Milliarden Euro beziehungsweise 16 Prozent.
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Verarbeitete Lebensmittel treiben Exportgeschäft
Bei den exportierten Produktgruppen führten weiterhin Getreidezubereitungen, Milchprodukte und Wein die Liste an. Besonders stark im Wert gestiegen sind zudem Kakao, Kaffee und Schokolade. Hier wirkten sich vor allem höhere Weltmarktpreise auf die Exportwerte aus.
Importwert steigt deutlich
Während die Ausfuhren moderat zunahmen, wuchsen die Agrar- und Lebensmittelimporte deutlich stärker. Die EU importierte 2025 entsprechende Produkte im Wert von 188,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Zu den wichtigsten Lieferländern gehörten weiterhin das Vereinigte Königreich, Brasilien und die Vereinigten Staaten. Vor allem Kakao, Kaffee sowie Obst und Nüsse trugen aufgrund gestiegener Weltmarktpreise wesentlich zum Importwachstum bei.
Handelsüberschuss bleibt hoch
Trotz der gestiegenen Einfuhren erzielte die EU im Jahr 2025 einen Handelsüberschuss im Agrar- und Lebensmittelsektor von 49,9 Milliarden Euro. Damit lag der Überschuss jedoch um 13,3 Milliarden Euro unter dem Niveau von 2024.
Der Rückgang ist vor allem auf höhere Importpreise für wichtige Rohstoffe wie Kaffee, Kakao, Obst und Nüsse zurückzuführen.
Wichtiger Bestandteil des EU-Außenhandels
Der Agrar- und Lebensmittelhandel spielt weiterhin eine zentrale Rolle im Außenhandel der Europäischen Union. Im Jahr 2025 entfielen rund neun Prozent der gesamten EU-Ausfuhren auf diesen Sektor, während Agrar- und Lebensmittelimporte etwa 7,5 Prozent der gesamten EU-Einfuhren ausmachten.
Darüber hinaus trug der Sektor rund 37 Prozent zum gesamten Handelsüberschuss der EU bei.
Mit diesen Zahlen bleibt die Europäische Union sowohl der weltweit größte Exporteur als auch der größte Importeur von Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen.


