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Extremsommer: Greenpeace sieht Milliardenschäden für Deutschlands Wirtschaft

Termometer in Sand vergraben
Foto: Immo Wegmann / Unsplash

Key takeaways

Produktivitätsausfälle, Waldschäden und gesundheitliche Folgen summieren sich nach einer Greenpeace-Berechnung auf mindestens 36 Milliarden Euro. Nicht quantifizierte Belastungen für Energiesystem, Umwelt und Gesundheit könnten die tatsächlichen Kosten des Extremsommers zusätzlich erhöhen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Hitze- und Dürresommer 2026 hat in Deutschland nach Einschätzung von Greenpeace volkswirtschaftliche Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro verursacht. Besonders hohe Belastungen entstehen durch Produktivitätsausfälle, Waldschäden sowie gesundheitliche Folgen der extremen Temperaturen.

In die Schätzung fließen unter anderem Auswirkungen auf Arbeitswelt, Gesundheit, Land- und Forstwirtschaft, Bildung, Verkehr und Binnenschifffahrt ein. Greenpeace bezeichnet die Kalkulation als konservativ, weil verschiedene indirekte und langfristige Folgen mangels belastbarer Daten nicht berücksichtigt wurden.

Produktivitätsverluste bilden größten Kostenblock

Den größten Einzelposten sieht Greenpeace in den wirtschaftlichen Folgen hoher Temperaturen am Arbeitsplatz. Auf Grundlage von geschätzt 25 Hitzetagen beziffert die Organisation Produktivitätsverluste und Arbeitsausfälle auf insgesamt 10,8 Milliarden Euro.

Weitere Milliardenbelastungen entstehen durch die Folgen von Trockenheit und Bränden in den Wäldern. Hier veranschlagt Greenpeace Schäden zwischen 5 und 7,5 Milliarden Euro. In der Landwirtschaft summieren sich die geschätzten Verluste auf weitere 3,4 Milliarden Euro.

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Hitze verursacht erhebliche Gesundheitskosten

Auch gesundheitliche Folgen tragen wesentlich zur Schadensbilanz bei. Greenpeace bewertet den Verlust von insgesamt 35.000 Lebensjahren infolge der Hitze mit 6,9 Milliarden Euro. Hinzu kommen zusätzliche Belastungen des Gesundheitssystems von geschätzt 1,54 Milliarden Euro.

Nicht berücksichtigt sind dabei nach Angaben der Organisation weitere gesundheitliche Auswirkungen, die sich bislang nicht verlässlich beziffern lassen. Dazu zählen Folgen einer erhöhten Belastung durch bodennahes Ozon und Feinstaub während extremer Hitzeperioden. Die tatsächlichen Gesundheitskosten könnten deshalb über den angesetzten Beträgen liegen.

Niedrigwasser und Verkehr verursachen Milliardenschäden

Die Trockenheit belastet zugleich wichtige Teile der Infrastruktur. Für die wirtschaftlichen Folgen des Niedrigwassers am Rhein setzt Greenpeace Kosten zwischen 3,4 und 4,5 Milliarden Euro an. Schäden an der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur werden mit 1,8 bis 3,7 Milliarden Euro beziffert.

Auch das Bildungssystem taucht in der Berechnung als relevanter Kostenfaktor auf. Einen durch hohe Temperaturen verminderten Lernzuwachs bewertet Greenpeace mit rund 3,2 Milliarden Euro. Damit reichen die angenommenen wirtschaftlichen Folgen des Extremsommers deutlich über unmittelbar sichtbare Schäden in Landwirtschaft, Wäldern oder Infrastruktur hinaus.

Mehrere Folgekosten fehlen in der Rechnung

Die Mindestsumme von 36 Milliarden Euro bildet nach Darstellung von Greenpeace nicht sämtliche wirtschaftlichen Auswirkungen ab. Nicht eingerechnet wurden unter anderem Verwerfungen im europäischen Energiesystem durch fehlendes Kühlwasser sowie verschiedene ökologische Folgekosten der Waldbrände.

Dazu gehören beispielsweise Schäden an Biodiversität, Trinkwasser- und Erosionsschutz sowie Veränderungen des Mikroklimas. Weil diese Auswirkungen nicht belastbar quantifiziert werden könnten, bleiben sie außerhalb der Gesamtrechnung. Greenpeace geht deshalb davon aus, dass die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Kosten höher liegen.

Greenpeace fordert stärkere Klimaschutzmaßnahmen

Die Umweltorganisation verbindet ihre Berechnung mit politischen Forderungen an die Bundesregierung. Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas bezeichnet die Höhe der Schäden als erheblich und fordert, die Klimakrise bei der anstehenden Kabinettsklausur stärker zu berücksichtigen.

Aus Sicht der Organisation verdeutlichen die geschätzten Kosten, dass Extremwetter nicht nur ökologische und gesundheitliche, sondern erhebliche wirtschaftliche Folgen hat. Greenpeace stellt den mindestens 36 Milliarden Euro umfassenden Schadensbetrag deshalb auch den Kosten zusätzlicher Klimaschutzmaßnahmen gegenüber und argumentiert, dass vorbeugende Investitionen angesichts zunehmender Extremwetterrisiken wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen.

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