Rund zwei Milliarden Kleidungsstücke in deutschen Schränken werden kaum oder gar nicht getragen – das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Greenpeace. Im Durchschnitt besitzt jede Person etwa 90 Teile, von denen über ein Drittel nur selten oder nie zum Einsatz kommt. Diese Zahlen verdeutlichen die Überproduktion in der Modebranche und den anhaltenden Trend zu sogenannter Fast Fashion.
Immer kürzere Nutzungsdauer
Insbesondere die Nutzungsdauer von Kleidung hat sich im Vergleich zu 2015 drastisch verkürzt. Laut Umfrage werden Kleidungsstücke wie Hosen, Röcke oder Jacken inzwischen deutlich schneller aussortiert: Der Anteil von Hosen, die weniger als ein Jahr genutzt werden, hat sich fast verdoppelt. Jacken und Mäntel landen sogar viermal so häufig wie vor zehn Jahren frühzeitig im Altkleidercontainer. Während nur knapp 40 Prozent der Kleidung regelmäßig getragen werden, bleibt der Großteil ungenutzt.
Greenpeace-Experte Moritz Jäger-Roschko macht dafür die Überproduktion und Schnelllebigkeit der Mode verantwortlich: Weltweit werden jährlich rund 180 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt – mehr als jemals getragen werden könnten.
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Weihnachtlicher Konsumdruck
Besonders zur Weihnachtszeit steigt der Konsum neuer Kleidung sprunghaft an. 43 Prozent der Befragten gaben an, bereits ein Outfit speziell für Anlässe wie Weihnachten oder Silvester gekauft zu haben. Unter den unter 30-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 49 Prozent. Auch 2025 planen laut der Studie fast ein Drittel der Menschen, neue Kleidung für die Feiertage zu kaufen.
Greenpeace fordert ein grundlegendes Umdenken: Statt Neuware zu kaufen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf Second-Hand-Angebote oder Kleidertausch setzen. Damit solche Alternativen zur Selbstverständlichkeit werden, plädiert die Umweltorganisation für ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz. Dieses soll unter anderem eine Sonderabgabe auf Billigmode, ein Verbot entsprechender Werbung – auch auf sozialen Medien – sowie eine gezielte Förderung der textilen Kreislaufwirtschaft umfassen.


