Nur wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel hat die Fachmarktkette Hammer erneut Insolvenz angemeldet. Die Hammer Raumstylisten GmbH stellte beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag, mit dem Ziel, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren. Trotz der finanziellen Schieflage sollen alle 93 Standorte geöffnet bleiben, Einschränkungen für Kunden sind vorerst nicht vorgesehen, wie das Handelsblatt berichtet.
Probleme nach Neugründung führen zur Krise
Als Auslöser für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt die Geschäftsführung Anlaufprobleme nach der Neugründung im Oktober 2025. Insbesondere technische Komplikationen in neu implementierten Systemen führten zu Verzögerungen in der Warenversorgung – mit direkten Auswirkungen auf den Umsatz. Die dadurch entstandenen Lieferschwierigkeiten belasteten das operative Geschäft erheblich.
Laut Unternehmensangaben seien die technischen Defizite mittlerweile weitgehend behoben. Die Hoffnung liegt nun auf einer stabilisierten Lieferkette und einer damit einhergehenden Umsatzsteigerung. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens soll geprüft werden, ob dies für eine nachhaltige Sanierung ausreicht.
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93 Filialen und 1.200 Beschäftigte betroffen
Die Raumstylisten sind mit 93 Filialen in ganz Deutschland präsent und beschäftigen rund 1.200 Mitarbeitende. Das Unternehmen gehört zu den bekannten Namen im Bereich Heimtextilien, Bodenbeläge und Raumausstattung. Löhne und Gehälter der Belegschaft sind laut Mitteilung über das Insolvenzgeld gesichert.
Die Insolvenz der Hammer Raumstylisten reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Restrukturierungsfällen im deutschen Einzelhandel. Neben konjunkturellen Herausforderungen wie gestiegenen Kosten und zurückhaltendem Konsumverhalten stellen auch interne Umstrukturierungen viele Handelsunternehmen auf die Probe.


