Die Handelsgastronomie in Deutschland hat 2025 ein neues Umsatzhoch erreicht. Nach aktuellen Zahlen des EHI Retail Institute stiegen die Erlöse um 7,1 Prozent auf 13,29 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Branche noch 12,41 Milliarden Euro umgesetzt. Damit fiel das Wachstum deutlich stärker aus als von den befragten Unternehmen zuvor erwartet.
Auch für 2026 rechnen die Verantwortlichen mit einer positiven Entwicklung. Im Durchschnitt erwarten sie ein Umsatzplus von 4,3 Prozent. Als wichtige Gründe gelten attraktive Preis-Leistungs-Angebote, günstigere Preise gegenüber anderen Bereichen des Außer-Haus-Marktes sowie eine hohe Nachfrage älterer und vergleichsweise ausgabefreudiger Kundengruppen.
Handelsgastronomie wird strategisch wichtiger
Aus einem ergänzenden Serviceangebot hat sich die Handelsgastronomie zunehmend zu einem eigenständigen Geschäftsfeld entwickelt. Händler nutzen gastronomische Angebote stärker, um zusätzliche Frequenz zu erzeugen, Aufenthaltsdauer zu verlängern und neue Konsumanlässe abzudecken.
Hinzu kommen veränderte Einkaufs- und Essgewohnheiten sowie eine zunehmende Professionalisierung der Konzepte. Besonders relevant ist der sogenannte Trading-Down-Effekt: Verbraucher greifen häufiger zu preisgünstigeren gastronomischen Angeboten und verlagern damit Nachfrage aus klassischen Restaurants in den Handel.
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Lebensmitteleinzelhandel dominiert den Markt
Den größten Anteil am Gesamtumsatz hält der Lebensmitteleinzelhandel. Auf ihn entfallen 62,7 Prozent der Erlöse in der Handelsgastronomie, womit er den Markt klar prägt. Shopping-Center kommen auf 18,6 Prozent, Tankstellen auf 9,5 Prozent.
Weitere Umsatzanteile entfallen auf den Möbelhandel mit 3,8 Prozent sowie auf Baumärkte und Gartencenter mit 3,5 Prozent. Auch bei der Zahl der Standorte dominiert der Lebensmitteleinzelhandel deutlich: Mehr als 29.000 gastronomische Verkaufsstellen und damit über drei Viertel aller erfassten Standorte gehören zu diesem Segment.
Snacks und To-go gelten als wichtigste Wachstumstreiber
Für die kommenden drei Jahre sehen die befragten Unternehmen das größte Potenzial bei schnellen und flexiblen Verzehrangeboten. 63 Prozent nennen das To-go- und Snackgeschäft als wichtigsten Wachstumstreiber.
Bereits heute erreicht der Snack zwischendurch, einschließlich Convenience- und Ready-to-Eat-Produkten, einen Umsatzanteil von 17,5 Prozent innerhalb der Handelsgastronomie. Take-away und Mittagessen werden von jeweils 51,9 Prozent der Befragten als weitere relevante Wachstumsfelder genannt.
Marketing und neue Food-Konzepte gewinnen an Bedeutung
Neben dem eigentlichen Sortiment sollen auch kommunikative Maßnahmen das Geschäft weiter antreiben. 44,4 Prozent der Befragten erwarten zusätzliche Wachstumsimpulse durch Werbung und Social Media.
Jeweils 37 Prozent sehen Chancen in Aktionen, neuen Food-Innovationen und dem Frühstücksgeschäft. Damit wird deutlich, dass künftiges Wachstum nicht allein über zusätzliche Verkaufsstellen entstehen soll, sondern ebenso über neue Produkte, bessere Vermarktung und eine stärkere Ausrichtung auf unterschiedliche Tageszeiten und Konsumanlässe.
Die EHI-Zahlen zeigen, dass sich Handelsgastronomie zunehmend als eigenständiger Umsatzbaustein des Einzelhandels etabliert. Preisvorteile, flexible Verzehrangebote und eine stärkere Professionalisierung dürften dafür sorgen, dass insbesondere Snack-, To-go- und Take-away-Konzepte weiter an Bedeutung gewinnen.





