Automatisierung hat sich in der Handelslogistik zunehmend als Standard etabliert, während Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik weiter an Bedeutung gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „KI und Automatisierung in der Handelslogistik 2026“ des EHI. Sie zeigt eine Branche im Wandel, in der technologische Möglichkeiten auf wirtschaftliche und organisatorische Hürden treffen.
Automatisierung wird zum strategischen Standard
Der Automatisierungsgrad logistischer Prozesse liegt laut Studie im Durchschnitt bei 5,3 von 10 Punkten. Zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen bereits auf automatische Lagersysteme. Damit entwickelt sich Automatisierung zunehmend vom Effizienzprojekt zur strategischen Grundlage.
Gleichzeitig bleibt die Umsetzung anspruchsvoll: Rund 69 Prozent der Unternehmen nennen hohe Investitionskosten als größte Hürde. Der wirtschaftliche Druck zwingt viele Betriebe dazu, Projekte genau zu kalkulieren und priorisieren. Die Folge ist eine erkennbare Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung.
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Robotik mit wachsender strategischer Relevanz
Im Vergleich zur klassischen Automatisierung ist Robotik bislang deutlich weniger verbreitet. Der aktuelle Nutzungsgrad liegt bei lediglich 2,8 von 10 Punkten. Dort, wo robotische Systeme eingesetzt werden, konzentriert sich ihr Einsatz vor allem auf Lagerprozesse, Kommissionierung und innerbetriebliche Transporte.
Trotz der noch begrenzten Verbreitung gewinnt Robotik strategisch an Gewicht: Mehr als 40 Prozent der Unternehmen sehen sie bereits als wichtigen Bestandteil ihrer zukünftigen Logistik. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Robotik mittelfristig stärker in bestehende Prozesse integriert wird.
KI: Vom Pilotprojekt zur Praxisanwendung
Auch beim Einsatz von KI zeigt sich ein ähnliches Bild. Mit einem durchschnittlichen Nutzungsgrad von 2,6 Punkten befindet sich die Technologie noch in einer frühen Phase. Gleichzeitig wird sie zunehmend operativ eingesetzt, insbesondere bei Nachfrage- und Absatzprognosen.
Die größte Herausforderung liegt jedoch in der Integration: Über 60 Prozent der Unternehmen sehen die Einbindung in bestehende Systeme und Prozesse als zentrales Hindernis. Damit verschiebt sich der Fokus von der technologischen Machbarkeit hin zur organisatorischen Umsetzung.
Transformation bleibt komplex
Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass technologische Entwicklungen schneller voranschreiten als die Anpassung innerhalb der Unternehmen. Neben Investitionen spielen vor allem Prozesse, Datenstrukturen und Qualifikationen der Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle.
Für die Handelslogistik bedeutet das: Der technologische Wandel ist in vollem Gange, doch der nachhaltige Erfolg hängt davon ab, wie gut Unternehmen Automatisierung, KI und Robotik in ihre bestehenden Strukturen integrieren. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet über die tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit.





