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Inditex prüft offenbar Einstieg bei P&C-Immobilien in Toplagen

Marken Logos von Inditex
Foto: Krasnevsky / Depositphotos.com

Key takeaways

Inditex könnte Medienberichten nach zentrale Immobilien von Peek & Cloppenburg übernehmen. Die möglichen Deals zeigen den Wandel im Modehandel, bei dem Immobilien an Bedeutung gewinnen und klassische Warenhäuser zunehmend durch neue Nutzungskonzepte ersetzt werden.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Nach einem Bericht der Textilwirtschaft, der sich auf mehrere gut informierte Quellen stützt, soll Inditex als potenzieller Mieter für mehrere zentrale P&C-Immobilien im Gespräch sein. Konkret geht es um die prominenten Standorte in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt am Main. Offiziell bestätigt wurden die Pläne bislang weder von Peek & Cloppenburg noch von Inditex.

Immobilien gewinnen gegenüber dem klassischen Warenhausgeschäft an Bedeutung

Sollte es zu einer Vermietung kommen, würde dies einen strategischen Kurswechsel unterstreichen. Während Peek & Cloppenburg nach dem Schutzschirmverfahren seine Handelsaktivitäten neu ausrichtet, rücken die hochwertigen Innenstadtimmobilien zunehmend als eigenständiger Werttreiber in den Fokus.

Für die Vermarktung der Objekte ist Midstad verantwortlich, die Immobiliengesellschaft der Eigentümerfamilie von Peek & Cloppenburg. Das Unternehmen entwickelt bereits zahlreiche innerstädtische Immobilien zu multifunktionalen Quartieren und hat erst vor Kurzem das traditionsreiche Carsch-Haus in Düsseldorf übernommen. Die Strategie setzt auf gemischt genutzte Immobilien mit Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Wohnen und weiteren Nutzungsformen, um Innenstädte langfristig attraktiver zu machen.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine Vermietung an einen finanzstarken internationalen Filialisten wirtschaftlich durchaus nachvollziehbar. Branchenexperten sehen in langfristigen Mietverträgen mit globalen Marken häufig kalkulierbarere Erträge als im Eigenbetrieb großflächiger Warenhäuser.

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Frankfurt könnte zum Präzedenzfall werden

Besonders spannend ist die Situation in Frankfurt. Für das Weltstadthaus auf der Zeil existieren bereits seit rund zwei Jahren konkrete Umbaupläne. Das vom Renzo Piano Building Workshop entwickelte Konzept sieht eine umfassende Neugestaltung der Immobilie vor. Neben Einzelhandelsflächen sollen dort künftig Büros, Apartments, Gastronomie und sogar eine Grundschule entstehen. Ursprünglich war vorgesehen, dass Peek & Cloppenburg weiterhin als Ankermieter erhalten bleibt.

Sollte jedoch Inditex einen erheblichen Teil der Verkaufsflächen übernehmen, könnte dieses Nutzungskonzept neu bewertet werden. Nach Informationen der Textilwirtschaft wäre für Peek & Cloppenburg dann kaum noch ausreichend Verkaufsfläche vorhanden. Auch ein Rückzug in die oberen Etagen gilt Insidern zufolge als eher unwahrscheinlich.

Inditex würde seine Präsenz in deutschen Toplagen weiter ausbauen

Für Inditex wären die Standorte strategisch hochattraktiv. Der spanische Konzern zählt zu den größten Modeunternehmen der Welt und verfolgt seit Jahren die Strategie, sich auf besonders frequenzstarke Premiumlagen zu konzentrieren. Zum Konzern gehören neben Zara auch Marken wie Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho und Lefties.

Gerade in den wichtigsten deutschen Einkaufsstraßen könnten großzügige Flächen in architektonisch markanten Gebäuden die Marktposition des Konzerns weiter stärken. Gleichzeitig würde ein solcher Schritt den Trend bestätigen, dass internationale Filialisten ihre Präsenz in den Innenstädten weiter ausbauen, während klassische Warenhauskonzepte an Bedeutung verlieren.

Strukturwandel im Modehandel beschleunigt sich

Die möglichen Vermietungen fügen sich in einen größeren Transformationsprozess des stationären Modehandels ein. Große Warenhäuser entwickeln sich zunehmend zu gemischt genutzten Immobilien, in denen Einzelhandel nur noch eine von mehreren Nutzungsarten darstellt. Eigentümer setzen verstärkt auf flexible Konzepte mit unterschiedlichen Mietern, um Risiken zu streuen und die Wirtschaftlichkeit ihrer Objekte zu erhöhen.

Für Peek & Cloppenburg könnte dies bedeuten, dass sich das Unternehmen künftig stärker auf ausgewählte Handelsstandorte konzentriert, während die Immobiliengesellschaft Midstad die Entwicklung der wertvollen Innenstadtobjekte vorantreibt. Ob die Gespräche mit Inditex tatsächlich zu Mietverträgen führen, bleibt allerdings vorerst offen.

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