Die globale Transport- und Logistikbranche zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen überraschend robust. Laut einer aktuellen Analyse von PwC wurden im ersten Halbjahr 2026 weltweit 105 größere Transaktionen angekündigt – nahezu auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig stieg der Gesamtwert der Deals auf 64,3 Milliarden US-Dollar, was auf eine stärkere Fokussierung auf strategisch relevante Investments hindeutet.
Selektiver Markt mit steigenden Deal-Volumina
Während die Anzahl der Transaktionen leicht zurückging, legte das durchschnittliche Deal-Volumen deutlich zu. Unternehmen investieren gezielter in Assets, die ihre Netzwerke stabilisieren, die Kontrolle über Lieferketten verbessern und langfristige Erträge sichern.
Auffällig ist die hohe Zahl großer Transaktionen: 17 sogenannte Mega-Deals wie die Übernahme von FedEx Supply Chain durch CMA CSM mit einem Volumen von jeweils über einer Milliarde US-Dollar unterstreichen, dass trotz vorsichtiger Marktbedingungen weiterhin umfangreiche Investitionen möglich sind – insbesondere dann, wenn sie Skaleneffekte oder strategische Vorteile versprechen.
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Logistik und Güterverkehr treiben die Aktivität
Der dynamischste Bereich bleibt die klassische Logistik und der Güterverkehr. Mit 45 Transaktionen und einem Gesamtvolumen von 24,5 Milliarden US-Dollar entfällt ein erheblicher Teil der Aktivität auf dieses Segment. Auch die Schifffahrt bleibt ein wichtiger Treiber, während Infrastrukturinvestitionen selektiver erfolgen und sich auf strategische Knotenpunkte wie Häfen oder Terminals konzentrieren.
Regional dominiert weiterhin Asien bei der Anzahl der Deals, während Europa durch besonders große Transaktionen hervorsticht. Parallel gewinnt der Nahe Osten an Gewicht und baut seine Rolle im globalen Logistiknetz weiter aus.
Strategische Allianzen gewinnen an Bedeutung
Neben klassischen Übernahmen setzen Unternehmen zunehmend auf Kooperationen. Die Zahl strategischer Allianzen, Joint Ventures und Partnerschaften liegt deutlich über dem Vorjahr. Diese ermöglichen es, neue Fähigkeiten schneller aufzubauen und Risiken zu teilen, ohne vollständige Übernahmen eingehen zu müssen.
Gerade in einem unsicheren Umfeld erweisen sich solche flexiblen Modelle als zentraler Bestandteil moderner Wachstumsstrategien.
Golfregion rückt in den Fokus globaler Lieferketten
Ein prägender Faktor bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten. Störungen im Seeverkehr rund um die Straße von Hormus verdeutlichen die Verwundbarkeit globaler Handelsrouten und erhöhen den Druck, alternative Transportkorridore zu entwickeln.
Davon profitiert insbesondere die Golfregion. Durch ihre geografische Lage und gezielte Investitionen in Infrastruktur entwickelt sie sich zunehmend von einem Transitkorridor zu einem eigenständigen Logistik- und Wachstumsmarkt. Unternehmen, die verschiedene Transportwege und Logistiklösungen in der Region verknüpfen, können sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.
Strategische Relevanz statt Wachstum um jeden Preis
Für den weiteren Jahresverlauf erwartet PwC eine anhaltend selektive M&A-Aktivität. Investitionen werden sich vor allem auf Geschäftsmodelle konzentrieren, die stabile Cashflows, technologische Integration und widerstandsfähige Lieferketten ermöglichen.
Damit verschiebt sich der Fokus im Markt deutlich: Nicht mehr reines Kapazitätswachstum steht im Vordergrund, sondern die Fähigkeit, komplexe Logistiknetzwerke effizient zu steuern, Risiken zu diversifizieren und flexibel auf geopolitische Veränderungen zu reagieren.





