Die Swatch Group, zu der auch Marken wie Omega und Breguet gehört, hat im ersten Halbjahr 2026 ein solides Umsatzwachstum erzielt und weltweit Marktanteile hinzugewonnen. Trotz negativer Währungseffekte konnte der Schweizer Uhrenkonzern seine Erlöse steigern und blickt optimistisch auf die zweite Jahreshälfte.
Der Nettoumsatz erhöhte sich zu konstanten Wechselkursen um 8,5 Prozent auf 3,12 Milliarden Schweizer Franken. Aufgrund ungünstiger Währungseffekte fiel das Wachstum zu aktuellen Kursen mit 2,0 Prozent deutlich geringer aus. Besonders im zweiten Quartal beschleunigte sich die Dynamik mit einem Plus von 9,4 Prozent.
Deutliche Marktanteilsgewinne weltweit
Während die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie insgesamt leicht rückläufig waren, konnte Swatch seine Marktposition deutlich ausbauen. Wachstum wurde in allen Regionen erzielt, besonders stark in den USA sowie in ausgewählten europäischen und asiatischen Märkten.
Auch in Schwellenländern zeigte sich eine hohe Dynamik. Länder wie Indien, Mexiko und Saudi-Arabien verzeichneten zweistellige Wachstumsraten, was die strategische Bedeutung dieser Märkte unterstreicht.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Profitabilität noch unter Druck
Trotz steigender Umsätze blieb die Profitabilität im ersten Halbjahr verhalten. Der Betriebsgewinn lag bei 52 Millionen Franken, was einer operativen Marge von 1,7 Prozent entspricht. Belastet wurde das Ergebnis neben Währungseffekten auch durch bewusst beibehaltene Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze.
Der Konzerngewinn belief sich auf 16 Millionen Franken. Gleichzeitig verbesserte sich der operative Cashflow deutlich und stieg um knapp 69 Prozent auf 304 Millionen Franken.
Retail und Online treiben Wachstum
Besonders dynamisch entwickelten sich die eigenen Vertriebskanäle. Die Umsätze in den eigenen Boutiquen legten deutlich zu, während auch der Onlinehandel weiter stark wuchs. Inzwischen wird ein erheblicher Teil der Verkäufe direkt über eigene Kanäle generiert.
Diese Entwicklung stärkt die Margenperspektive und reduziert die Abhängigkeit vom Großhandel. Gleichzeitig konnten Effizienzsteigerungen im Retailbereich realisiert werden.
Markenportfolio als Wachstumstreiber
Das breite Markenportfolio erwies sich erneut als entscheidender Vorteil. Luxusmarken wie Breguet und Harry Winston entwickelten sich stark, während Omega von Marketingaktivitäten und Großereignissen profitierte.
Auch Marken im mittleren und unteren Preissegment verzeichneten zweistellige Zuwächse. Sie profitieren von einer wachsenden Mittelschicht in vielen Märkten und tragen maßgeblich zur Sichtbarkeit der Schweizer Uhrenindustrie bei.
Zusätzliche Impulse kamen von erfolgreichen Produktinnovationen und Kooperationen, die insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen.
Positive Aussichten für das zweite Halbjahr
Die im Mai und Juni deutlich beschleunigte Umsatzentwicklung setzte sich auch im Juli fort. Der Konzern erwartet daher für die zweite Jahreshälfte eine spürbare Verbesserung der Profitabilität.
Dank vertikaler Integration und stabil gehaltener Produktionskapazitäten sieht sich Swatch in der Lage, schnell auf die steigende Nachfrage zu reagieren. Insgesamt deutet die Entwicklung auf ein stärkeres Gesamtjahr 2026 hin.




