Der Lebensmitteleinzelhandel steht unter wachsendem Transformationsdruck. Steigende Kosten, Personalmangel und veränderte Kundenerwartungen treiben die Automatisierung voran. Kaufland reagiert darauf mit einem flächendeckenden Ausbau von Selbstbedienungskassen und dem Scan-&-Go-System K-Scan. Bis Jahresende sollen alle Filialen in Deutschland entsprechend ausgestattet sein.
Skalierung vom Zusatzangebot zur Infrastruktur
Selbstbedienungskassen sind bei Kaufland seit 2015 im Einsatz, entwickeln sich nun jedoch zur zentralen Infrastruktur im Checkout-Bereich. Aktuell sind laut Unternehmen rund 2.000 SB-Kassen in etwa 300 Filialen installiert. Dort liegt der Anteil der Self-Checkout-Transaktionen bereits bei rund 40 Prozent.
Die hohe Nutzung gilt als wirtschaftlicher Treiber für den beschleunigten Ausbau. SB-Kassen verkürzen Wartezeiten, erhöhen die Flächenproduktivität und ermöglichen einen flexibleren Personaleinsatz.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Flächendeckender Rollout mit hoher Geschwindigkeit
Allein im Jahr 2026 plant Kaufland die Installation in weiteren 220 Märkten – durchschnittlich etwa vier Standorte pro Woche. Nach Abschluss des Projekts sollen bundesweit mehr als 8.000 SB-Kassen im Einsatz sein.
Jede Filiale wird neben klassischen Kassen bis zu zwölf Selbstbedienungskassen erhalten. Auffällig ist die Integration von Bargeldfunktionen, während viele Wettbewerber auf bargeldlose Systeme setzen. Kunden können weiterhin zwischen Bargeld, Karte, App und Kaufland Pay wählen.
K-Scan verlagert den Checkout in den Einkaufsprozess
Mit K-Scan treibt Kaufland den nächsten Schritt der Digitalisierung voran. Kunden scannen ihre Produkte direkt beim Einkauf per Handscanner oder Smartphone und bezahlen am Ende über einen QR-Code an der SB-Kasse.
Das System reduziert Kassenprozesse deutlich, insbesondere bei größeren Einkäufen. Gleichzeitig steigt die Transparenz für Kunden, da der Warenkorb und die Ausgaben jederzeit einsehbar sind.
Wettbewerb und Datenstrategie im Fokus
Der Ausbau erfolgt im intensiven Wettbewerb mit anderen Handelsunternehmen, die ebenfalls in automatisierte Kassensysteme investieren. Der deutsche Markt holt damit im internationalen Vergleich auf.
Für Kaufland ist die Initiative auch Teil einer umfassenden Digitalstrategie. Die Verzahnung von Loyalty-Programmen, Payment-Lösungen und Checkout-Technologien liefert wertvolle Daten über Kundenverhalten und Einkaufsgewohnheiten.
Hybrides Modell bleibt bestehen
Trotz des starken Ausbaus setzt Kaufland weiterhin auf klassische Bedienkassen. Der persönliche Kundenkontakt bleibt Bestandteil des Servicekonzepts.
Damit verfolgt das Unternehmen eine hybride Strategie: Automatisierung zur Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Sicherung von Servicequalität und Kundenakzeptanz. Der Checkout entwickelt sich so von der reinen Abrechnungseinheit zur technologischen Plattform im Markt.


