Die wachsende Bedeutung von KI-basierten Suchsystemen stellt neue Anforderungen an Marken. Eine aktuelle Studie von Yext, einem Anbieter für standortbasiertes Markenmanagement, verdeutlicht: 86 Prozent der Inhalte, die von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini und Perplexity zitiert werden, stammen direkt von den Marken – also aus Websites, Brancheneinträgen oder Bewertungsportalen, die sie kontrollieren.
First-Party-Quellen dominieren die KI-Zitate
Yext analysierte 6,8 Millionen KI-Quellen auf Basis von 1,6 Millionen Suchanfragen pro KI-Modell. Der Großteil der Zitate entfiel auf First-Party-Websites (2,9 Millionen, 44 %) und Online-Verzeichnisse (ebenfalls 2,9 Millionen, 42 %). Soziale Medien und Bewertungen folgen abgeschlagen mit nur acht Prozent. Foren wie Reddit spielen mit zwei Prozent eine untergeordnete Rolle.
Die KI-Modelle zeigten unterschiedliche Vorlieben: Gemini von Google bevorzugt Websites (52,1 %), OpenAI setzt stark auf Verzeichnisse (48,7 %) und Perplexity greift auf eine breite Quellenbasis wie TripAdvisor oder MapQuest zurück. Entscheidend sei dabei der Suchkontext – ob objektiv oder subjektiv, markenbezogen oder nicht –, so die Studienautoren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Branchen zeigen spezifische Zitierschwerpunkte
Im Einzelhandel stammen 47,6 Prozent der KI-Zitate von markeneigenen Websites. In der Finanzbranche liegt der Fokus mit 48,2 Prozent ebenfalls auf vertrauenswürdigen Domains lokaler Anbieter. Das Gesundheitswesen ist stark durch Brancheneinträge wie WebMD oder Vitals geprägt, die 52,6 Prozent der KI-Quellen ausmachen. In der Gastronomie wiederum spielen Bewertungen und soziale Inhalte mit 13,3 Prozent eine größere Rolle – mehr als in jeder anderen Branche.
Marketing im Wandel der KI-Suche
Die Studie erscheint vor dem Hintergrund einer stark zunehmenden Nutzung von KI-Assistenten. In Deutschland greifen laut Yext-Bericht 70 Prozent der Nutzer wöchentlich auf KI-Suchen zurück – vor allem Jüngere. Dennoch fühlen sich viele Marketer unvorbereitet: 64 Prozent der befragten Marketingverantwortlichen gaben an, aktuell keine klare Strategie zur Erfolgsmessung von KI-Sichtbarkeit zu haben. 72 Prozent erwarten jedoch, dass KI-Suchen binnen drei Jahren größere Relevanz für die Kundengewinnung haben werden als klassische Suchmaschinenoptimierung.
Was Marken jetzt tun sollten
Yext empfiehlt Marken eine dreistufige Strategie: Erstens sollten Unternehmen ihre Sichtbarkeit lokal analysieren und verstehen, wo sie bereits zitiert werden. Zweitens müssen Informationen zentral strukturiert, maschinenlesbar und vertrauenswürdig aufbereitet werden. Drittens ist eine gezielte Verbreitung über eigene Websites, Brancheneinträge und Bewertungsplattformen notwendig, um die Informationshoheit gegenüber KI-Systemen zu behalten.
„Wenn Marken ihre Daten kontrollieren, kontrollieren sie auch ihre Sichtbarkeit“, fasst Yext-CEO Mike Walrath die Studienergebnisse zusammen. Für Marketer bedeutet das: Die Grundlage für Sichtbarkeit in der KI-Suche wird heute gelegt – mit kontrollierten, präzisen und konsistenten Inhalten.


