Der Büromöbelhersteller König + Neurath aus dem hessischen Karben hat laut Berichten von T-Online ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Unternehmen, das auf eine hundertjährige Geschichte zurückblickt, sieht sich angesichts struktureller Veränderungen im Markt und einer anhaltenden Ertragsschwäche zu diesem Schritt gezwungen.
Geschäftsbetrieb läuft weiter – Löhne vorerst gesichert
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten bleibt der Geschäftsbetrieb laut Unternehmensangaben vorerst vollständig bestehen. Produktion, Auslieferung und Kundenservice laufen unverändert weiter. Die Löhne der rund 830 Mitarbeitenden sollen über das Verfahren für drei Monate gesichert werden. Ziel sei es, die wirtschaftliche Basis des Unternehmens langfristig zu stabilisieren.
Das Management um die Vorstände Steffen Schwerd und Rainer Raschke sieht weiterhin Potenzial im Unternehmen. Man wolle das Geschäftsmodell gezielt weiterentwickeln und setze dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft und dem Betriebsrat. Der Büromöbelmarkt unterliege starken Zyklen, die zuletzt für mehrere Jahre negativ ausfielen.
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Gescheiterte Finanzierungsrunde verstärkt Krise
Die wirtschaftlichen Probleme von König + Neurath sind nicht neu. Branchenberichten zufolge ist die Zahl der Neuaufträge seit Anfang 2024 deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen hätten Investitionen in Büroeinrichtungen wegen der konjunkturellen Unsicherheit verschoben. Eine im November 2025 angestrebte Finanzierungsrunde scheiterte, was die angespannte Liquiditätslage weiter verschärfte.
König + Neurath zählt mit seinem Produktionsstandort in Karben und mehreren Ausstellungsräumen in europäischen Metropolen zu den bekannten Marken der Branche. Das Unternehmen hebt seine hohe Fertigungstiefe in Deutschland als Wettbewerbsvorteil hervor.



