Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelindustrie ist mit einem moderaten Wachstum in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) stieg der Gesamtumsatz im ersten Quartal auf 9,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 1,4 Prozent. Damit bleibt die Branche zwar auf Wachstumskurs, die Dynamik fällt jedoch deutlich geringer aus als in früheren Jahren.
Die aktuellen Zahlen zeigen ein differenziertes Bild: Während einzelne Segmente weiterhin zulegen, belasten Konsumzurückhaltung, geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Anforderungen die Entwicklung vieler Unternehmen.
Schönheitspflege stützt das Inlandsgeschäft
Im Inland entwickelt sich insbesondere die Schönheitspflege positiv. Der Umsatz in diesem Bereich legte um 2,2 Prozent zu und kompensierte damit die schwächere Entwicklung in der Haushaltspflege.
Innerhalb der einzelnen Produktgruppen zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede. Produkte für die Hand- und Körperpflege verzeichneten deutliche Zuwächse, während andere Kategorien rückläufig waren. Auch innerhalb der Haushaltspflege fällt das Bild uneinheitlich aus: Einige Segmente wachsen, während andere deutliche Umsatzverluste hinnehmen müssen.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass Verbraucher weiterhin selektiv einkaufen und ihre Ausgaben stärker priorisieren.
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Exportgeschäft erholt sich nur teilweise
Nach einem schwachen Vorjahreszeitraum konnte das Exportgeschäft wieder leicht wachsen. Verantwortlich dafür ist vor allem die internationale Nachfrage nach Produkten der Schönheitspflege.
Allerdings bleibt die Entwicklung auch auf den Auslandsmärkten uneinheitlich. Während einzelne Produktgruppen zweistellige Wachstumsraten erzielen, kämpfen andere weiterhin mit rückläufigen Absatzmengen. Insgesamt hat die Branche das Niveau vor den Krisenjahren noch nicht wieder erreicht.
Geopolitische Spannungen und Unsicherheiten im Welthandel wirken sich weiterhin auf internationale Geschäftsaktivitäten aus.
Resilienz stößt an ihre Grenzen
Der IKW sieht die Branche trotz ihrer bisherigen Widerstandsfähigkeit zunehmend unter Druck. In den vergangenen Jahren konnten viele Unternehmen Belastungen durch Innovationen, starke Marken und die hohe Alltagsrelevanz ihrer Produkte ausgleichen.
Nach Einschätzung des Verbands werden die Spielräume jedoch kleiner. Eine anhaltende Konsumzurückhaltung sowie steigende regulatorische Anforderungen könnten die Entwicklung in den kommenden Quartalen zusätzlich erschweren.
Branche fordert bessere Rahmenbedingungen
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband politische Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Aus Sicht der Industrie gewinnen Bürokratieabbau, Investitionsanreize und verlässliche Rahmenbedingungen zunehmend an Bedeutung.
Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigen, dass die Branche weiterhin wächst, gleichzeitig aber vor wachsenden Herausforderungen steht. Ob die leichte Erholung anhält, dürfte maßgeblich von der Konsumstimmung, der internationalen Wirtschaftsentwicklung und den politischen Rahmenbedingungen abhängen.





