Nach der Übernahme der YNAP-Gruppe durch Mytheresa im April 2025 und der Umbenennung in LuxExperience hat die neue Muttergesellschaft tiefgreifende strukturelle Veränderungen angekündigt. Im Zuge eines umfassenden Transformationsplans sollen operative und administrative Strukturen der Marken Net-a-Porter, Mr Porter, Yoox und The Outnet zusammengelegt werden – mit möglicherweise drastischen Folgen für Beschäftigte.
Zusammenführung von Luxus- und Off-Price-Segmenten
Wie LuxExperience am Donnerstag bekanntgab, sollen die operativen Einheiten im Luxussegment (Net-a-Porter und Mr Porter) sowie im Off-Price-Segment (Yoox und The Outnet) künftig gemeinsam gesteuert werden. Diese Maßnahme betrifft Standorte in Italien, Großbritannien, den USA und weiteren Ländern. Ziel sei es, durch eine vereinfachte Infrastruktur Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
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Rund 700 Stellen von Abbau betroffen
Die Konsolidierung der Unternehmensbereiche könnte laut LuxExperience bis zu 700 Arbeitsplätze kosten. Der Personalabbau gilt als ein zentraler Baustein der Neuausrichtung. Das Unternehmen betont, dass betroffene Mitarbeiter durch verantwortungsvolle und konstruktive Lösungen unterstützt werden sollen. Gespräche mit Arbeitnehmervertretungen laufen gemäß den gesetzlichen Vorgaben.
Hauptsitze bleiben in Italien und Großbritannien
Trotz der angekündigten Einschnitte unterstrich LuxExperience seine langfristige Verpflichtung gegenüber Italien und Großbritannien. Während Italien operative Drehscheibe und Hauptsitz von Yoox bleibt, sollen Net-a-Porter, Mr Porter und The Outnet weiterhin von Großbritannien aus geführt werden.
Investitionen in Wachstum trotz Spardruck
Neben dem Personalabbau plant LuxExperience laut eigener Aussage „erhebliche Investitionen“ in zukünftiges Wachstum. Dazu zählen eine stärkere Kundenorientierung, höhere Marketingbudgets sowie ein erweitertes Einkaufsvolumen. Diese Schritte sollen helfen, den Abwärtstrend der letzten Jahre umzukehren und die Marken wirtschaftlich zu stärken.
LuxExperience strebt damit an, als digitale Multi-Brand-Gruppe ihre Position im globalen Luxusgeschäft auszubauen. Gleichzeitig zeigt sich der Markt aktuell schwierig: Sowohl eine nachlassende Nachfrage als auch verstärkter Wettbewerb belasten das Segment.


